Jenaer Klatsch: Über glatte Sachen, das Haar in der Suppe und die Liebe

Jördis Bachmann
| Lesedauer: 2 Minuten
Akurat rasiertes Haupthaar: Benjamin Koppe  frisiert sich selbst.

Akurat rasiertes Haupthaar: Benjamin Koppe frisiert sich selbst.

Foto: Michael Groß

Gesammelt und aufgespießt

Er bevorzugt den Frosch

Menschen, die beruflich oder qua Amt viel im Licht der Öffentlichkeit stehen, sind besonders geeignet, vergöttert zu werden. Vor derart überzogenen Verortungen schützen sich Betrachter, sobald sie sich vorstellen: Wie ist sie oder er ganz privat? Zumal wenn Feuchtigkeitscreme und Kamm noch nicht im Einsatz waren? Beispiel Erik Stephan, Direktor der Städtischen Museen. Kurz bevor er am Donnerstag dieser Woche zu seinen Begrüßungsworten für die neue Ausstellung „Tierische Gefährten“ anhob, durfte man sich fragen: Geht er daheim mit Hund, Tüte und Schäufelchen ums Eck? Krault er der Perserkatzendame den Hals wie auch die Punkte hinter den Ohren und unterm Unterkiefer? Offenkundig nicht. Knapp, aber launig berichtete Erik Stephan, dass er persönlich den Frosch bevorzuge. Grund: Der habe kein Fell und sei glatt. Zu Kraul-Punkten sagte Erik Stephan dabei nichts.

Haarspalter auf dem Amt

Ein haariges Thema sprach Ordnungsdezernent Benjamin Koppe (CDU) am Rande eines Pressegesprächs an. Sein zumeist akkurat rasiertes Haupthaar stutzt er nämlich höchstselbst. Darin habe er jahrelange Übung. Gar nicht so einfach sei es, den Hinterkopf mit dem Haartrimmer zu bearbeiten. Nicht immer sei das Resultat perfekt. Doch man muss ja nicht immer das Haar in der Suppe suchen. Dass er damit das Friseur-Geld sparen will, ist auch an den Haaren herbeigezogen. Hier scheint es viel mehr um die handwerkliche Herausforderung zu gehen.

Wie in der Liebe

Vergleiche müssen sitzen. In einer Gesprächsrunde am Freitag wurde erörtert, dass die Hilfsbereitschaftswelle doch immer wieder einen spezifischen Verlauf nehme – ob es 2015 der Syrienkrieg ist oder jetzt der Ukraine-Krieg mit den vielen Flüchtlingen auch in Jena als Folge. Am Anfang sei viel Euphorie spürbar; später würden die Mühen der Ebene und ganz andere mediale Spiegelungen folgen.

Als Teilnehmer der Runde sagte Carsten Müller, Vize-Chef des Eigenbetriebes Jenakultur: „Das ist wie in der Liebe.“ Wobei, bitte, der Alltag nichts mit negativem Vorzeichen sei.