Keine Feier für Rentner in Thierschneck, aber Adventsmusik

Angelika Schimmel
| Lesedauer: 2 Minuten
Carla Meierl ist Bürgermeisterin in Thierschneck.

Carla Meierl ist Bürgermeisterin in Thierschneck.

Foto: André Kranert/

Thierschneck.  Wie Thierschneck den Zusammenhalt fördern will

Schweren Herzens hat Carla Meierl, Bürgermeisterin von Thierschneck, die Weihnachtsfeier für ihre Senioren abgesagt. Es ist wirklich schade, denn schon im letzten Jahr konnten wir wegen Corona nicht zusammen sitzen und ein paar schöne Stunden gemeinsam verbringen“, sagt sie. Aber die Gesundheit der Senioren gehe vor.

Doch die 30 Rentner werden in der 106-Seelen-Gemeinde deshalb nicht vergessen. „Sie werden von der Gemeinde alle ein kleines Geschenk bekommen“, verspricht Meierl. Sie habe schon zwei Freiwillige aus dem Dorf gefunden, die sich freuten, mit ihr auf Besuchsrunde zu gehen. „Für die alten Leutchen ist es auch ganz schön, wenn mal jemand bei ihnen klingelt und sie an der Tür einen kleinen Schwatz halten können“, weiß sie aus Erfahrung.

Auch wenn die Pandemie am Jahresende wieder einige Opfer verlange, so will man in dem kleinen Dorf im Norden des Saale-Holzland-Kreises versuchen, etwas weihnachtliche Stimmung und Hoffnung zu verbreiten. „Am Freitag vor dem ersten Advent wird es eine Adventsmusik in oder vor der kleinen Kirche geben. Die Orgel wird erklingen, der Wetzdorfer Posaunenchor wird spielen, der Kirchenchor singen.

Das beliebte Krippenspiel am Heiligen Abend werde aber nicht wie gewohnt stattfinden können. „Wir haben aber schon eine Alternative, wir wollen ein Krippenspiel auf einer Leinwand übertragen“, sagte Meierl.

Dabei hätte man in Thierschneck für ein Krippenspiel mit echten Darstellern aus den eigenen Reihen in diesem Jahr auch süße Babies zur Verfügung gehabt. „Gleich drei Babies wurden in unserem kleinen Dorf im September und Oktober geboren. Ist das nicht schön?“, sagt sie. Und obwohl sich die Bürgermeisterin über den Nachwuchs wirklich freut, weil damit junge Familien im Dorf bleiben, weiß sie auch, dass damit die Gemeindekasse noch mehr belastet wird. „Wir zahlen, da wir keinen eigenen Kindergarten haben, 710 Euro Gastkinderbeitrag pro Kind und Monat an die Gemeinden, wo die Einrichtungen besucht werden. Da könnten also in einem Jahr 2130 Euro pro Monat mehr fällig werden“.