LaBrassBanda begeistern bei Konzertarena - „Schön, dass ihr so schöne Festl habt“

Jena  Die bayerische Blaskapelle LaBrassBanda sorgt zum Auftakt der Jenaer Konzertarena für musikalische Mordsgaudi.

Blick über die mit 3000 Besuchern ausverkaufte Jenaer Kulturarena vor dem Theaterhaus.

Blick über die mit 3000 Besuchern ausverkaufte Jenaer Kulturarena vor dem Theaterhaus.

Foto: Tino Zippel

Vor neun Jahren war der Urbayer Stefan Dettl mit seiner Blechbläsertruppe LaBrassBanda schon einmal in Jena zu Gast. Das sei, so erinnert er sich am Mittwochabend zur Eröffnung der Konzertarena, eine der ersten Veranstaltungen der Musiker außerhalb Bayerns gewesen. Während in München seinerzeit nicht mal 100 Konzertbesucher zusammenkamen, seien es in Jena 800 gewesen. Schon damals soll die Band laut Augenzeugen das Publikum in eine brodelnde Menge verwandelt haben. Bei ihrem zweiten Auftritt, nun vor 3000 Besuchern, ist die Stimmung geradezu euphorisch, ja teils ekstatisch.

Dettl entpuppt sich als bajuwarischer Entertainer, der vor den jeweiligen Songs die richtigen Worte findet, um die Besucher vom ersten Ton an mitzureißen. Ob Polka, Balkan-Brass, Reggae, Techno oder Metal – LaBrassBanda nehmen sich jedweden Popularmusik-Genres an und kreieren energiegeladene Temponummern. Da brummt die Tuba, da pulsiert das Schlagzeug und jubeln die Trompeten.

Mit Mopeds und Traktor zur Fußall-EM nach Österreich

Gegründet haben sich LaBrassBanda bereits 2007. Das Gros der Blaskapelle stammt vom Land und hatte bereits in der Kindheit einschlägige Bierzeltbühnen-Erfahrungen in örtlichen Posaunenchören gesammelt. Kennengelernt hatte sich ein Teil der Musiker dann aber erst beim Studium in München, wo man noch klassische Musik studierte.

Erstmals aufmerksam auf sich machten sie bei der Fußball-Europameisterschaft in Österreich 2008. Damals pilgerten die Jungs mit Mopeds, Traktor und Anhänger nach Wien und gaben auf ihrer Tour zahlreiche Platzkonzerte.

Internationale Erfahrung hat die Gruppe dennoch gesammelt, sie tourte bereits durch Nord- und Südamerika, Asien, Australien und Neuseeland – Europa sowieso. Ihre krasse Mundart hat dort sicher keiner verstanden. Aber das ist in Jena auch nicht viel anders. „Scheißegal“, verkündet Bandleader Dettl gleich zu Beginn des Konzertes.

Stefan Dettl weiß mit dem Publikum zu kommunizieren. Köstlich sind seine skurrilen Anekdoten aus dem Tourleben, mit denen er sicher auch etwas Legendenbildung betreibt. So berichtet er beispielsweise von der brasilianischen Oma, die zu spät zum Konzert kam, weil sie sich in Schale werfen wollte. Sich aber mal schnell das goldene Kleid überzuziehen, könne bei einer alten Dame schon mal zwei Stunden dauern, erzählt Dettl.

Frontmann als bajuwarischer Animator

Gespielt hat LaBrassBanda dann dennoch für sie. Und zwar das Lied „Uje Mama“, das weltweit offenbar jeder verstehe.

Auch als Animator versteht es der Frontmusiker, das Publikum zu begeistern: Ob klamaukige Yogaübungen, Schrittfolgen im Arenarund oder Freestyletanz, das Publikum macht lachend mit. Und so kosten Publikum und Band bis zur musikalischen Sperrstunde um 22 Uhr jeden Ton gemeinsam aus.

Der Jenaer Kulturarena ist damit ein perfekter Start in die Konzertwochen gelungen. „Schön, dass ihr so schöne Festl habt“, sagt auch Stefan Dettl über Thüringen. Er kann sich noch gut ans Tanz- und Folkfest Rudolstadt erinnern, wo er mit LaBrassBanda 2009 unerwartet sogar vor 15.000 Leuten spielen durfte.

Das gesamte Programm steht online unter: www.kulturarena.de . Karten gibt es in den Vorverkaufs-stellen des Ticketshops Thüringen und unter Telefon 0361/227 5227 oder im Internet unter www.ticketshop-thueringen.de .

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