Lebenszeichen in einer „komischen Vorweihnachtszeit“

Jena.  Die Initiative Innenstadt auf der Suche nach Normalität: Diverse Aktionen werben für Handel und Gastronomie.

Mit einer Reihe von Aktionen will die Initiative Innenstadt ihren Mitglieder etwas Gutes tun. Citymanager Hannes Wolf mit einem Druck von Sandy Gessner und die Vorsitzende des Vereins, Michaela Jahn.

Mit einer Reihe von Aktionen will die Initiative Innenstadt ihren Mitglieder etwas Gutes tun. Citymanager Hannes Wolf mit einem Druck von Sandy Gessner und die Vorsitzende des Vereins, Michaela Jahn.

Foto: Thorsten Büker

Es sind Marketing-Aktionen, die eines zeigen: Wir lassen uns nicht unterkriegen. Auch ohne einen Weihnachtsmarkt will die Initiative Innenstadt ansatzweise für vorweihnachtliche Normalität sorgen. Alle aktuellen Entwicklungen im kostenlosen Corona-Liveblog.

„Natürlich haben wir damit gerechnet. Und dann war ich doch sehr geplättet“, sagt die Vorsitzende der Initiative, Michaela Jahn. Per Zoom tauschten sich am Mittwoch etwa 30 Mitglieder des Vereins aus, kurze Zeit später wurden die verschärften Corona-Regeln kommuniziert. Unter anderem trifft es die Gaststätten hart: Sie bleiben zunächst bis zum 20. Dezember geschlossen, am Ende aber wohl über den Jahreswechsel hinaus. Und damit könnten alle Wirte ein umsatzstarkes Weihnachtsgeschäft abschreiben.

Unternehmer resignieren nicht

„Unternehmer haben es im Blut, dass sie was unternehmen, dass sie all das nicht hinnehmen, nicht resignieren“, sagt Jahn. Verschiedene Aktionen sind in einer „komischen Vorweihnachtszeit“ geplant: Zum Beispiel der Verkauf gebrannter Mandeln. Auch ohne Weihnachtsmarkt könne man die kleinen Tüten in den Geschäften Fadenwohl, Laufladen, Kabuff und im Gasthaus zur Noll erwerben. „Rettet die Naschkatze“ ist auf den Tüten zu lesen, ein Verweis auf die augenzwinkernde Kampagne „Bedrohte Lebensarten“ , die gemeinsam mit der Agentur Art-Kon-Tor entwickelt wurde, auf die Nöte diverser Branchen aufmerksam macht und in Teilen schon wieder überholt ist: Mit Schließung von Gastronomie, Hotellerie, Freizeiteinrichtungen, Dienstleistern, Veranstaltungen und Kultur ist es seit dem 2. November etwas schwieriger geworden, diese Lebensarten zu retten.

Das Geld muss in der Stadt bleiben

Jetzt aber sind neue Wesen hinzugekommen: Der Papiertiger für die Schreibwarengeschäfte, der Bücherwurm für Buchhandel und Bibliotheken, das Krümelmonster und auch die Zeitungsente für einen Zeitschriftenladen und Kiosk. Dazu habe Sandy Gessner ausgewählte Ideen wie den Paradiesvogel neu interpretiert und illustriert. Mit dem Verkauf der Drucke im Pop-up-Store Cool in der Goethegalerie und im Del.Corazon wolle man einen Teil der Kampagne finanzieren, sagt Citymanager Hannes Wolf. Gessner studierte Mediengestaltung an der Bauhaus Universität, wirkte als Illustratorin und Designerin und arbeitet als Tätowiererin. Neu aufgelegt werde auch das Innenstadt-Stiefeln für Kinder, ein Faltplan zeigt zudem, wie auch ohne Weihnachtsmarkt ein vorweihnachtlicher Bummel möglich ist. „Das Geld muss in der Stadt bleiben“, sagt Jahn auch mit Blick auf große Onlinehändler. „Wir brauchen es für den Wiederaufbau.“