Louise-Seidler-Pastell als Schenkung an Jenaer Museum

Jena  Die Städtischen Museen haben ein wertvolles Pastell der Jenaer Malerin Louise Seidler geschenkt bekommen. Die Malerin war eine Vertraute von Goethe.

Christa und Roland Bässler haben an Stadtmuseumsdirektor Ulf Häder das Pastell „Otto Fritze“ der Jenenser Malerin und Goethe-Vertrauten Louise Seidler als Schenkung überreicht.

Christa und Roland Bässler haben an Stadtmuseumsdirektor Ulf Häder das Pastell „Otto Fritze“ der Jenenser Malerin und Goethe-Vertrauten Louise Seidler als Schenkung überreicht.

Foto: Thomas Stridde

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Die Städtischen Museen haben ein wertvolles Pastell der Jenaer Malerin Louise Seidler geschenkt bekommen. Direktor Ulf Häder nahm das Bild „Otto Fritze“ aus den Händen des Ehepaars Christa und Professor Roland Bässler entgegen.

Louise Seidler (1786 bis 1866), Malerin am Hof des Großherzogs von Weimar und Vertraute Goethes, schuf das Porträt des neunjährigen Otto Fritze im Jahr 1855 in Ruhla, wo der Junge wegen seiner Kurzatmigkeit mehrfach zur Kur weilte, so berichtete Christa Bässler. Otto Fritze (1846 bis 1902) sei ihr Urgroßonkel – der Bruder ihrer Urgroßmutter. „Deswegen war das Bild immer in unserem Familienbesitz.“ In der Familie Fritze hatte sich anno dazumal insbesondere dessen Vater einen Namen gemacht als Schriftsteller und Übersetzer griechischer Tragödien, der von Friedrich Wilhelm IV. von Preußen gefördert wurde.

Den in Fulda lebenden Bässlers war es – bar jeglicher Vermarktungsabsichten – eine Herzenssache, das Bild im Wirk­raum der Jenenserin Louise Seidler öffentlich zugänglich zu machen. Roland Bässler würdigte ausdrücklich die Aufgeschlossenheit der Städtischen Museen Jena. „Das hat uns so gefreut!“

Ulf Häder berichtete, dass die Städtischen Museen schon vor einigen Jahren ein Selbstporträt von Louise Seidler erwerben konnten. Insofern sei „Otto Fritze“ samt Originalrahmung im spätbiedermeierischen Kontext eine wunderbare Bereicherung für Jena. Im Übrigen gebe es nicht viele Künstler, die wie Louise Seidler die Pastell-Technik „in dieser Vollendung gemeistert haben", sagte Häder.

Louise Seidler war die Tochter des Jenaer Universitätsoberstallmeisters. Den Anstoß, Malerin werden zu wollen, gab ihr der Besuch der Dresdner Kunstgalerie. Sie war Schülerin der renommierten Maler Christian Leberecht Vogel und Gerhard von Kügelgen. In Jena hatte sie insbesondere im Hause Frommann Zugang zu den geistig hochstehenden Kreisen. Und nicht zu vergessen: Sie schuf 1811 ein Porträt Goethes, mit dem er selbst sehr zufrieden war.

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