Lukas Kwasniok macht den kompletten Schnitt beim FC Carl Zeiss Jena

Jena  Der Trainer des FC Carl Zeiss, Lukas Kwasniok, ist dabei, vieles zu verändern, um nach dem desaströsen Start in der Dritten Liga endlich die Wende zum Positiven herbeizuführen.

Lukas Kwasniok beobachtet aufmerksam das Spiel seiner Jenaer.

Lukas Kwasniok beobachtet aufmerksam das Spiel seiner Jenaer.

Foto: Frank Steinhorst

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Maximilian Weiß und Marian Sarr ziehen einen Gewicht-Schlitten hinter sich her. Die Offensivspieler passen sich auf dem Trainingsplatz die Bälle zu, während Trainer Lukas Kwasniok die Defensivabteilung hinter einem LKW-Anhänger zusammennimmt, um den Spielern im Geheimen am Laptop taktische Vorgaben vor der folgenden Großspielübung nahe zu legen. Fußball-Drittligist FC Carl Zeiss Jena steht mit dem Rücken zur Wand. Intern wird beim Schlusslicht alles auf den Prüfstand gestellt und vieles anders gemacht, aber wenig öffentlich darüber gesprochen. DerCoach hat nach sechs Niederlagen „die Stunde Null“ ausgerufen.

Die Trainingswoche vor dem „Klassiker“ gegen den 1. FC Magdeburg am Montag (19 Uhr) ist länger als sonst. Von Unruhe ist nach dem historischen Fehlstart am Freitag keine Spur. Die Mannschaft folgt den ruhigen, bestimmenden Anweisungen Kwasnioks. Gelungene Abwehraktionen quittiert er mit Beifall.

Lukas Kwasniok macht einen kompletten Schnitt beim FC Carl Zeiss Jena

Das 0:3 gegen Meppen am vergangenen Samstag ist für den Jenaer Trainer Anlass gewesen, einen kompletten Schnitt zu machen. Die Defensive scheint dabei eine zentrale Rolle zu spielen. Die Verpflichtungen der Innenverteidiger Dominic Volkmer und Manuel Maranda in beiden vorangegangenen Tagen deuten darauf hin, dass der Trainer hinten mehr Stabilität will. Eine der Spielformen am Freitag steht im Kontext der Defensivarbeit. Es geht darum zu verteidigen, wenn man überspielt ist. Das sei es am schwierigsten, stellt Kwasniok fest.

Ins Detail möchte er nicht gehen. Auch nicht dabei, was seine Rundum-Veränderung betrifft. Auf der Pressekonferenz spricht er vom Wechsel von kleineren zu großen Spielformen. Er redet von fünf Phasen des Spiels. Eine davon sei bisher ordentlich gewesen. Vier andere benotet er mit „Nicht ausreichend“. Das schafft Raum für Veränderungen, viel Raum für Spekulation. „Mehr kann ich nicht verraten. Lasst euch überraschen, seid geduldig“, wirbt der Zeiss-Trainer.

Der 38-Jährige lässt es sich nicht anmerken. Aber er steht unter Druck. Die Mannschaft muss liefern. Noch nie hat es ein Team in der dritten Liga gegeben, das in den ersten sechs Partien keinen Punkt geholt hat. Die T-Frage wird bei Carl Zeiss offen nicht gestellt. Im Paradies scheint Ruhe zu herrschen, nachdem sich die Klubführung für den Verbleib Kwasnioks ausgesprochen hat. Verein, Trainer und Mannschaft demonstrieren vorm heißen Tanz gegen den Achten Magdeburg Geschlossenheit. „Geduld ist eine verloren gegangene Tugend. Ich bin sehr dankbar, dass Ruhe da ist“, sagt der Trainer. „Ich kann nur versichern, dass sich die Geduld auszahlen wird. Weil wir alles dafür tun“, schiebt er nach.

Dass es angesichts des desaströsen Starts ganz schnell besserer Ergebnisse bedarf, steht auf einem anderen Blatt. Die Verpflichtung der beiden hoch gewachsenen Innenverteidiger ist Teil des großen Ganzen, den „Turnaround“, wie es Kwasniok meint, zu schaffen. „Wir haben Größe gesucht und Größe gefunden“, sagt der Trainer über die beiden Zugänge. Körperlich seien beide in der Lage, am Montag von Beginn an zu spielen. Maranda, der zwei Monate ohne Verein gewesen ist, aber fehle es an Spielpraxis.

Für die Rückkehr von Dominic Volkmer soll der Coach auf Gehalt verzichtet haben. Weder bestätigt das der Coach noch dementiert er es. „Es geht nicht um mich. Jetzt geht es nur um den Verein“, spielt er auf die bedrohliche Lage an, sollte seine an letzter Stelle liegende Elf weiter an Boden verlieren. „Ich bin jedenfalls happy, dass er da ist“, freut sich Kwasniok über den zurückgekehrten Wunschspieler.

Der 23-Jährige, der in der vergangenen Rückrunde von Regensburg ausgeliehen gewesen ist, steht nun bis 2021 bei den Thüringern unter Vertrag. Er ist als Innenverteidiger mittendrin in der großen Spielform. Zum Schutz nach dem Jochbeinbruch im April trägt er eine Maske.

Der eigenen Offensive gelingt am Freitagvormittag jedenfalls kein erfolgreicher Abschluss. Erginge es Magdeburg am Montag ebenso, wäre das schon mal die halbe Miete.

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