Meine Meinung: Trödeln ohne Stahlhelm

Katja Dörn über Schund auf dem Jenaer Flohmarkt.

Katja Dörn, Lokalredakteurin in Jena

Katja Dörn, Lokalredakteurin in Jena

Foto: Foto: Prager

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Zwischen bestickten Tischdecke, Sammeltassen und alten Platten von Elvis fand sich am Sonnabend auf dem Jenaer Flohmarkt auch ein Stand, an dem einem kurz die Galle hochkam. Diverse Eiserne Kreuze, Propaganda-Schilder, die dazu auffordern, sich doch für das „Reich“ den Stahlhelm aufzusetzen, und andere Devotionalien, die Fans des Dritten Reichs und der Kaiserzeit feuchte Träume bescheren. Nach kurzer Ansicht alles legal verkaufbar, Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen waren nicht zu sehen. Man könnte sogar Stahlhelme mit Hakenkreuz verkaufen, muss halt nur das Hakenkreuz abkleben. Typisch deutsche Rechtslücke.

Auch laut Jenaer Marktsatzung dürfen Militär-Artikel verkauft werden*. Die Stadt könnte den Handel mit Militaria-Artikeln prinzipiell untersagen, einige Städte tun das.

Ja, mancher wird da wieder nörgeln: Alles wird verboten! – Nein, der Kriegsschund ist weiter im Internet oder in einschlägigen Läden erhältlich. Aber auf einem Flohmarkt müssen keine Familien daran vorbeischlendern.

*In einer ersten Version hieß es, dass Kriegespielzeuge wie nachgebildete Waffen, Fahrzeuge, Flugzeuge und Schiffe sowie Soldatenfiguren (ab 1871) und sonstige Geräte (ab 1871) ausgenommen sind. Diese dürfen allerdings auch aus Jenaer Flohmärkten verkauft werden.

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