Meine Woche: Gesundheit steht vor Glühwein

Katja Dörn mit einem Plädoyer für die Innenstadt.

Redakteurin Katja Dörn

Redakteurin Katja Dörn

Foto: Katja Dörn

Die Landeshauptstadt Erfurt hat es vorgemacht, jetzt zieht Jena nach und verbietet den Verkauf von Glühwein zum Mitnehmen. Oder wie der Mensch von Welt sagt: to go.

Man kann jetzt vor Wut schäumen und sagen: Die da oben, die verbieten uns alles! Aber das Prinzip Eigenverantwortung funktioniert nun mal nur mäßig, zeigte uns das Jahr, besonders wenn es um Alkohol geht. Wie bizarr wäre es, wenn einerseits der Weihnachtsmarkt abgesagt ist, sich andererseits aber Grüppchen in der Stadt zu gepflegten Glühwein-Runden treffen. Nach dem dritten Becher ist Abstand und Mund-Nasen-Bedeckung vergessen, weil dann hochphilosophische Fragen geklärt werden. Allein gegenüber Ärzten und Pflegekräften, die um immer mehr Covid-19-Patienten kämpfen, wäre das verantwortungslos.

Also reißen wir uns mal zusammen, packen unsere Adventsdekoration aus den verstaubten Kisten und trinken unseren Glühwein auf dem Sofa. Wer will, kann sich für das richtige Frostgefühl ja noch aus dem Fenster lehnen. Im nächsten Jahr können wir uns wieder im Angesichts des Hanfrieds anstoßen.