Neu in Jena: Kleine Göttin der Weisheit

Jena.  Neugeboren: Schon 1242 Geburten in diesem Jahr am Jenaer Uniklinikum

Vater Azhagiri Selvam und Mutter Savitha Chintadripet Dilli Batcha mit Tochter Akshara Selvam geboren am 12. Oktober um 4.57 Uhr

Vater Azhagiri Selvam und Mutter Savitha Chintadripet Dilli Batcha mit Tochter Akshara Selvam geboren am 12. Oktober um 4.57 Uhr

Foto: Jens Henning

Azhagiri und Savitha fühlen sich wohl in Jena. Beide kommen aus Indien. „Jena ist schön. Eine kleine Großstadt. Hier ist alles gut erreichbar. Man ist schnell an dem gewünschten Ort. Das mögen wir“, sagte Azhagiri.

Seit Montagmorgen kurz vor 5 Uhr sind die beiden stolze Eltern von Tochter Akshara. Akshara ist eine indische Göttin der Weisheit.

Das Mädchen erblickte um 4.57 Uhr das Licht der Welt im Kreißsaal des Jenaer Universitätsklinikums. Es wog 3860 Gramm und war 53 Zentimeter groß. Mutter und Tochter sind wohlauf.

Azhagiri Selvam (34) kommt aus dem indischen Stadtbezirk Chennai mit über sieben Millionen Menschen. Seit zehn Jahren wohnt und arbeitet er in Deutschland, zuerst in Erlangen. Vor sechs Jahren zog es ihn nach Jena.

Seiner sieben Jahre jüngeren Frau Savitha Chintadripet Dilli Batcha gab er vor vier Jahren das Ja-Wort. Ihr Nachname ist typisch für die Frauen in Indien.

Chintadripet ist der Name des Ortes, in dem sie geboren wurde. Chintadripet ist ein Ort in Chennai in Indien. Dilli Batcha ist der Vorname ihres Vaters.

Bei den indischen Männern ist das anders: Der zweite Teil des Namens ihres Mannes Selvam steht für den Namen seines Vaters.

Das Töchterchen Akshara trägt aber ab sofort den Nachnamen ihres Vaters. Es heißt Akshara Selvam. „Sie ist in Deutschland geboren worden, deshalb nehmen wir auch die deutschen Regeln bei der Namensgebung an“, sagte Azhagiri Selvam.

„Wer weiß, wann wir wiedernach Indien fliegen können“

Beide Eltern arbeiten in Jena. Dass Akshara im Jenaer Universitätsklinikum geboren wurde, stand von Anfang an fest. „Es war eine gute Entscheidung“, sagte Azhagiris Frau. Beide loben das Umfeld. „Die Schwestern, Ärzte und Hebammen haben sich alle sehr um uns gekümmert. Wir haben uns sehr aufgehoben gefühlt“, sagte Azhagiri Selvam.

Nach der Geburt wurden die ersten Bilder von der Tochter via Handy nach Indien zu den Familien geschickt. „Sie freuen sich für uns. Sie haben auf die Nachricht von der Geburt gewartet. Wer weiß, wann wir wieder zu ihnen fliegen können“, sagte der 34-Jährige. Zuletzt besuchten sie im Sommer 2019 ihr Heimatland.

Die Zahl der Geburten am Jenaer Klinikum sind für das Jahr 2020 auf den Stand von 1242 geklettert. Zum gleichen Zeitpunkt 2019 waren es nur 1152.