Neubau der B88 bei Neuengönna nimmt Gestalt an

Neuengönna  Der Neubau der B 88 bei Neuengönna nimmt Gestalt an – Rückbau der alten Kreisstraße beginnt heute

Das Sperrschild ist eindeutig: Die Zufahrt von der B 88 nach Neuengönna ist seit Montag dicht.    Ab 17. Juli ist für einen Monat die Kreisstraße 2302 von der B 88 nach Neuengönna gesperrt. Die Straße wird zurückgebaut und die Anbindung an die neu gebaute Zufahrt hergestellt. Für Anwohner gibt es eine Umleitung.  Bild links. Projektingenieur Walter Grimm, Ralf Schrot, Projektleiter des Straßenbauamtes und Bauüberwacher Carsten Grimm bei der Baubesprechung vor dem Plan des Neubauvorhabens.

Das Sperrschild ist eindeutig: Die Zufahrt von der B 88 nach Neuengönna ist seit Montag dicht.    Ab 17. Juli ist für einen Monat die Kreisstraße 2302 von der B 88 nach Neuengönna gesperrt. Die Straße wird zurückgebaut und die Anbindung an die neu gebaute Zufahrt hergestellt. Für Anwohner gibt es eine Umleitung.  Bild links. Projektingenieur Walter Grimm, Ralf Schrot, Projektleiter des Straßenbauamtes und Bauüberwacher Carsten Grimm bei der Baubesprechung vor dem Plan des Neubauvorhabens.

Foto: Angelika Schimmel

Wer etwa als Pendler auf der Bundesstraße 88 gen Süden an den Dornburger Schlössern vorbei rollt, der kann tagtäglich den Fortschritt der Bauarbeiten an der neuen B 88 beobachten. Die zweigt kurz vor der gefährlichen S-Kurve rechts ab und verläuft zwischen hoch aufgeschütteten Dämmen in einer weiten Kurve gen Süden. Die Fahrbahn der neuen Trasse ist fertig, es fehlt lediglich noch die Markierung. Derweil sind Bauleute noch mit den Banketten beschäftigt. Doch Baufahrzeuge sind noch die einzigen, die die Trasse derzeit schon benutzen dürfen. Denn einige Hundert Meter weiter endet die neue Straße in einem Kiesbett.

„Während wir mit dem Straßenbau größtenteils fertig sind, haben die Brückenbauer noch viel zu tun“, erklärt Ralf Schrot. Der Bauingenieur vom Thüringer Landesamt für Bau und Verkehr leitet das Neubauprojekt B88 bei Neuengönna für den Bauherren, den Bund.

„Ursprünglich sollten die Archäologen im Sommer vergangenen Jahres ihre Arbeit auf dem Baufeld beendet haben. Weil aber die Qualität ihrer Funde so beachtlich war, haben sie mehrere Monate länger gegraben. Das führte dann auch zu Zeitverschiebungen beim Bau“, erklärte er. Doch auch bei den Brücken sei der Fortschritt nun nicht mehr zu übersehen. Dort, wo die neue B 88 noch im Kiesbett endet, sind die Männer vom Bau gerade mit dem Betonieren der Fahrbahnplatte auf der Brücke über den Gönnabach beschäftigt. Bald, so der Fachmann, könne der Boden an der Brücke aufgeschüttet und die Fahrbahntrasse dann komplettiert werden.

Das gleiche Prozedere an der zweiten, etwas kleineren Brücke weiter oben am Bachlauf. Über sie führt, wenn sie vollendet ist, die neue Kreisstraße von der B 88 nach Neuengönna. Hier bauen die Männer gerade die Schalung für den letzten Teil des Bauwerks, die betonierte Fahrbahnplatte. Bis hier der Lückenschluss möglich ist, werden wohl noch wenige Wochen vergehen.

Der neue Abzweig nach Neuengönna ist noch nicht fertig, der alte aber seit Montag auch nicht mehr befahrbar. Sperrschilder und Baken hindern Kraftfahrer an der Durchfahrt. „Am Mittwoch beginnen wir mit dem Rückbau der alten Kreisstraße vom Abzweig bis zur Einmündung der neuen Trasse am Ortseingang“, erklärt Projektant Walter Grimm. Dort, wo alte und neue Trasse aufeinander stoßen, werden neue Kanäle und Versorgungsleitungen gelegt und die Straße, teilweise verbreitert, komplett neu gebaut.

„Weil die Straße hier zu schmal ist, können wir nicht mit halbseitiger Sperrung bauen, sondern mussten den Verkehr komplett umleiten“, ergänzt Schrot. Für die Anwohner sei jedoch nach Rücksprache mit der Gemeinde eine geeignete Umfahrung der Baustelle eingerichtet worden. Alle anderen Verkehrsteilnehmer müssen in den nächsten vier Wochen die etwas längere Umleitung über Dornburg, Lkw die lange Strecke über Camburg nehmen. Doch sobald die Brücken befahrbar sind, werden wir den Verkehr, zuerst einseitig, über die neue Trasse leiten“, schaut Schrot voraus. Er ist zuversichtlich, dass im Oktober alle Arbeiten beendet und die neuen Straßen übergeben sein werden.

Der zweite Bauabschnitt für die neue B 88 bis zum Ortseingang von Dornburg-Camburg, der im Anschluss folgen sollte, wird voraussichtlich zeitlich verschoben. „Grund sind das geplante Bau-Projekt der Bahn in Dorndorf-Steudnitz und die Landesgartenschau 2021. Die Dornburger Schlossgärten sind dann nämlich Außenstandort der Gartenschau. Wir wollen den erwarteten zahlreichen Touristen keine Baustelle und lange Umleitungen zumuten“, sagte Schrot.

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