Orlamünde will neue Löschwasserreservoirs schaffen

Orlamünde  Die Stadt Orlamünde will neue Löschwasserreservoirs schaffen

Der Löschwasserteich in Orlamünde soll perspektivisch verschwinden und durch unterirdisch eingesetzte Tanks ersetzt werden.

Der Löschwasserteich in Orlamünde soll perspektivisch verschwinden und durch unterirdisch eingesetzte Tanks ersetzt werden.

Foto: Katja Dörn

Im Frühjahr erschütterte ein Großbrand Orlamünde. Der Dachstuhl eines Wohnhauses am Markt stand lichterloh in Flammen, das Löschen gestaltete sich durch die enge Bebauung für die zahlreich hinzugerufenen Freiwilligen Feuerwehren kompliziert. Schlussendlich wurden zwei Häuser unbewohnbar, an der Stelle, wo sie standen, klafft heute eine Baugrube, die den Anwohnern täglich die Ereignisse von damals vor Augen führt.

Dass bislang keine Ziegel für einen Neubau aufeinander gesetzt wurden, liege an Unstimmigkeiten zwischen Versicherung und Planer, informierte Bürgermeister Uwe Nitsche zur Stadtratssitzung am Donnerstagabend.

Ein weiteres Thema geriet nach dem Brand in den Fokus: die Löschwasserversorgung. Nitsche stellt klar: „Es gab zu keiner Zeit Probleme mit der Löschwasserversorgung.“ Das bestätigt auch Stadtbrandmeister Frank Löser, der ebenfalls für die Freie Wählergemeinschaft im Stadtrat sitzt. Allerdings ist der einzige Versorgungspunkt in der Oberstadt der Feuerlöschteich am Markt. Im Ernstfall legt die Feuerwehr Hunderte Meter Schlauchleitungen bis zum Hausberg oder in Richtung Kirche.

Nitsche brachte daher einen Grundsatzbeschluss ein, der auch einstimmig von den Stadträten abgesegnet wurde. Für drei Stellen der Oberstadt sollen Kostenvoranschläge für Löschwassertanks eingeholt werden: am Markt, am Hausberg sowie an der Kemenate.

Nitsche tendiert dazu, zuerst den Löschteich am Markt durch Tanks zu ersetzen und die Fläche befahrbar zu machen. Der Teich ist sichtlich in die Jahre gekommen und verliert Wasser, was auch Anwohnern ein Dorn im Auge ist. Einige vermuten, dass die Ursache für ihre feuchten Keller der leckende Teich ist. Dass sei aber nicht bewiesen, sagte der Bürgermeister, „das kann auch Oberflächenwasser sein“.

Der Einwand vom Stadtbrandmeister, dass während der Bauzeit am Markt die gesamte Löschwasserversorgung der Oberstadt einbreche, entkräftete Nitsche: „Es sei unstrittig: Für den Bauzeitraum muss eine Ersatzvariante am Markt geschaffen werden.“ Der Vorteil am Markt sei, dass keine Baugrube auszuheben ist, es somit finanziell günstiger werde als die beiden anderen Projekte. Zumal die Stadt die jährliche Reinigung und Neubefüllung des Teiches einspare. Der Standort bei der Kemenate müsse zudem mit der Denkmalbehörde abgesprochen werden, und womöglich könnten dabei noch weitere Kosten auf die Stadt zukommen, die ohnehin mit ihrer Haushaltssicherung kämpft, machte Nitsche klar.

Aus eigener Tasche kann Orlamünde neue Löschwasserreservoirs nicht bezahlen. Der Grundsatzbeschluss beauftragt den Bürgermeister auch, Fördermittel zu beantragen sowie eine Spendenaktion ins Leben zu rufen. Diese Idee wurde in der Vergangenheit bereits an ihn herangetragen, er habe sie aber bislang zurückgehalten, um nicht „ins Blaue hinein“ nach Spenden zu werben.

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