Parkplatzsuche ohne Stress: Jena bekommt ein dynamisches Leitsystem

Jena  Das Konzept für ein dynamisches Parkleitsystem in Jena liegt vor. Ab 2020 soll es Autofahrer zu einem freien Parkplatz lotsen. Die Kosten belaufen sich auf 800.000 Euro.

Die Stadt will im kommenden Jahr die Suche nach freien Parkplätzen im Zentrum mit einem dynamischen Parkleitsystem vereinfachen. Archivfoto: Lutz Prager

Foto: Lutz Prager

Auf etwa 800.000 Euro schätzt Jenas Kommunalservice (KSJ) die Investitionskosten. Ein kleiner Teil kann über das Programm „Umweltorientiertes Verkehrsmanagement Thüringen“ gefördert werden.

Weniger Parksuchverkehr und damit weniger Verkehr auf der Straße: Die Vorteile des Systems liegen auf der Hand. Seit Jahren wird auch über dessen Einführung diskutiert. Dass die Sache jetzt mit Verve vorangetrieben wird, ist auch den Händlern der Innenstadt zu verdanken, die mit Blick auf das nahende Baugeschehen um die Erreichbarkeit des Zentrums bangen.

100 Wegweiser werden gebraucht

Das Konzept sieht vor, dass der Autofahrer bereits auf den Hauptverkehrsstraßen mit sogenannten statischen Vorwegweisern informiert und auf den Parkring geleitet wird: Fürstengraben, Eisenbahndamm, Knebelstraße, Ernst-Haeckel-Straße, Schillerstraße und Leutragraben bilden diesen Ring, wobei an Knotenpunkten dynamische Parkwegweiser stehen: Sie informieren, wie viele freie Parkplätze es zum Beispiel noch in der Neuen Mitte gibt.

„Wir benötigen dazu fast 100 Wegweiser“, sagt Christopher Helbig, KSJ-Abteilungsleiter für Infrastruktur und Digitalisierung: 8 statische Vorwegweiser („Parkring Zentrum“ oder „Parkleitsystem Jena“), 1 dynamische Verkehrsinfotafel in der Stadtrodaer Straße, 48 Tabellenwegweiser (Maststandorte) mit insgesamt 94 Wegweisern.

Schillerpassage muss noch aufgerüstet werden

Erst vor wenigen Tagen informierten KSJ und Stadtentwicklungsdezernent Christian Gerlitz (SPD) die privaten Tiefgaragenbetreiber sowie Mitglieder der Initiative Innenstadt. „Das System macht nur Sinn, wenn auch die Privaten ihre Daten an den Rechner übermitteln“, sagt Helbig. Die Bereitschaft sei vorhanden. Allerdings habe zum Beispiel die Schillerpassage mit 650 Plätzen die größte Kapazität, eine Zählung der ein- und ausfahrenden Autos mit Induktionsschleifen erfolge dort jedoch nicht. „Das System aber lässt sich jederzeit aufrüsten“, sagt Helbig. Um möglichst alle am System zu beteiligen, übernimmt die Stadt fast alle Kosten für die Errichtung der nötigen Schnittstellen (Einspeisung der momentan freien Kapazität der Tiefgarage ins Parkleitsystem).

Profitieren würden alle Jenaer, sagt Citymanager Hannes Wolf im Newsletter der Initiative. „Weniger Parksuchverkehr und damit weniger Verkehr auf der Straße. Zufriedenere Autofahrer, die schneller einen Parkplatz finden. Weniger Diskussion um Parkplätze, weil die Zahlen transparent werden (Open Data) und so weiter.“

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