Plazenta als Heilmittel? Jena forscht zum Mutterkuchenverzehr

Jena  Immer mehr Frauen sind von der Wirkung der Plazenta nach der Geburt überzeugt. Das Uniklinikum Jena will nun untersuchen, ob der Verzehr des Mutterkuchens wirklich gesundheitsfördernd ist.

Es klingt eklig, soll aber helfen. Die Rede ist davon, den Mutterkuchen nach der Geburt zu essen. Da auch am Universitätsklinikum Jena immer wieder Schwangere Ärzte und Hebammen mit Fragen zu diesem Thema konfrontieren, widmet sich jetzt ein Team dieser Frage. Symbolfoto: Mascha Brichta/dpa

Es klingt eklig, soll aber helfen. Die Rede ist davon, den Mutterkuchen nach der Geburt zu essen. Da auch am Universitätsklinikum Jena immer wieder Schwangere Ärzte und Hebammen mit Fragen zu diesem Thema konfrontieren, widmet sich jetzt ein Team dieser Frage. Symbolfoto: Mascha Brichta/dpa

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Plazenta roh, getrocknet, als Smoothie oder in Globuli - nicht nur in esoterischen Kreisen findet das Anhängerinnen. Wenn Frauen nach einer Geburt vom Mutterkuchen essen, soll das die Milchproduktion ankurbeln, gegen Wochenbett-Depressionen helfen und die Genesung fördern. Doch was Lifestyle-Magazine und einschlägige Internetforen verbreiten, ist wissenschaftlich nicht belegt.

Die 34-jährige Ärztin Sophia Johnson, selbst Mutter von drei Kindern, beschäftigt sich für ihre Promotion unter Betreuung von Udo Markert, Leiter des Placenta-Labors am Uniklinikum Jena, seit 2014 mit diesem Forschungsthema. Dazu untersucht sie auch die hormonelle Zusammensetzung der Plazenta, die das Kind im Mutterleib mit Nährstoffen, Vitaminen und Hormonen versorgt. Das etwa 500 Gramm schwere Organ wird nach dem Kind als Nachgeburt geboren.

Um mögliche Risiken des Verzehrs aufzuspüren, wurden die Organe unter anderem mikrobiologisch auf mögliche bakterielle Verunreinigungen untersucht. Zudem ging es darum, wie sich die Verarbeitung der Plazenta - etwa durch Trocknen oder Pulverisieren - auf die Hormonkonzentration auswirkt. Es zeigte sich, dass der Hormongehalt dabei deutlich sank, vor allem bei der Pulverisierung.

Angesichts der geringen Zahl von bislang sechs untersuchten Plazenten könne die Forschungsarbeit nur ein erster Schritt sein, heißt es vom UKJ. Eine weitere Doktorarbeit sei jedoch bereits in Arbeit.

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