Pößnecks Bürgermeister ahnt „nichts Gutes“ aus Jena

Pößneck.  Die Doppelspitze der Stadtwerke Energie geht im Jahr 2021.

Thomas Zaremba (links) und Thomas Dirkes werden als Geschäftsführer der Stadtwerke Energie Jena-Pößneck im kommenden Jahr verabschiedet.

Thomas Zaremba (links) und Thomas Dirkes werden als Geschäftsführer der Stadtwerke Energie Jena-Pößneck im kommenden Jahr verabschiedet.

Foto: Henry Sowinski

Der Pößnecker Bürgermeister Michael Modde (parteilos) erklärt sich „irritiert“ über die kommunalpolitischen Vorgänge der letzten Zeit in Jena, die zu einer Verabschiedung der aktuellen Doppelspitze der Stadtwerkegruppe und zugleich der Stadtwerke Energie Jena-Pößneck im nächsten Jahr geführt haben. Gegenüber dieser Zeitung fragte er sich, was das „Postengeschacher“ rund um die 1600 Mitarbeiter starke kommunale Firmengruppe in einer Zeit soll, in welcher gerade ein Versorger Ruhe und Zuverlässigkeit ausstrahlen sollte.

Der Jenaer Oberbürgermeister Thomas Nitzsche (FDP), Aufsichtsratsvorsitzender der Stadtwerkegruppe, hat die Verabschiedung der Geschäftsführer Thomas Zaremba und Thomas Dirkes in einer Pressemitteilung mit einer „Neuausrichtung der Führungsstruktur“ begründet. Die Verträge beider Manager laufen aus und sollen nicht mehr verlängert werden, was laut Modde ein „Unding“ sei, zumal sie Jahr für Jahr bessere Ergebnisse als erwartet geliefert hätten. „Damit wird jedes Leistungsprinzip verhöhnt“, so das Pößnecker Stadtoberhaupt.

Wichtige Personalentscheidungen aus der Presse erfahren

„Wir sind zwar nur ein Juniorpartner in den Stadtwerken Energie, aber einen solchen Umgang mit Kollegen habe ich noch nicht erlebt“, machte Modde seinem Ärger darüber Luft, dass er über „wichtige Personalentscheidungen auch für die Stadt Pößneck“ von Nitzsche bisher nur per Pressemitteilung informiert worden sei. „Das ist kein guter Stil und das würdigt in keiner Weise unsere bisher gute Zusammenarbeit mit Jena“, so der Pößnecker Bürgermeister. Gerade dieser Umgang sei es, der ihn für die nächsten Jahre „nichts Gutes“ ahnen lasse. Anders als es Nitzsche per Pressemitteilung in Aussicht stellt, glaubt Modde nicht daran, dass die Zeiten und die Stimmung in der Stadtwerkegruppe besser werden. Möglicherweise müsse Pößneck den bisher freundlichen Umgang miteinander ändern.

Die Stadt Pößneck hält mittelbar über die Stadtmarketing Pößneck GmbH 5,9 Prozent an der Stadtwerke Energie Jena-Pößneck GmbH. Der Versorger gehört allerdings zu 72,1 Prozent den Stadtwerken Jena und damit der Stadt Jena.