Rüffel vom DFB für Abbruchbefürworter um FC Carl Zeiss Jena

Frankfurt.  DFB-Vizepräsident Rainer Koch nennt es ein unwürdiges Schauspiel. Die Abbruchbefürworter sollen nun ein Konzept vorlegen.

Einen Rüffel haben die Fußball-Drittligisten, die sich für einen Saisonabbruch ausgesprochen haben, von den Präsidenten der Regional- und Landesverbände des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) erhalten. Die Befürworter eines Abbruches sollen ein Konzept für Auf- und Abstieg vorlegen und dabei auch die finanziellen Auswirkungen berücksichtigen.

Koch: Teil der Vereine spielt unwürdiges Schauspiel

„Ein Teil der Vereine der dritten Liga spielt seit Wochen ein für den Fußball in Deutschland unwürdiges Schauspiel, bei dem die Landes- und Regionalverbände, die den DFB gemeinsam mit der DFL bilden, nur Zuschauer sind. Dies ist unerträglich und nicht länger hinzunehmen“, sagt DFB-Vizepräsident Rainer Koch. Nicht erwähnt hat er, dass Drittligafußball in Deutschland derzeit verboten ist und einige Vereine aufgrund behördlicher Anordnungen nicht im Team trainieren dürfen.

Die Vereine sollen überlegen, wie die dritte Liga in der kommenden Saison aussehen könnte, teilt der DFB mit. Für den Fall eines Abbruchs ohne Absteiger hätte die dritte Liga in der Saison 2020/2021 voraussichtlich 24 Vereine. Die Regional- und Landesverbände erwarten von den Befürwortern eines Saisonabbruchs bis zum Außerordentlichen DFB-Bundestag am 25. Mai ein klares und machbares Konzept, wie und in welchem Zeitrahmen eine solche Saison ordnungsgemäß abgewickelt werden könne.

Wer trägt die möglichen Kosten?

Die Delegierten sollen darüber entscheiden. Zugleich schwingen die Präsidenten die finanzielle Keule, dass etwaige, mit einem selbst gewählten Abbruch der Saison verbundene Zahlungsverpflichtungen des DFB in Bezug auf Schadenersatz und Regress von den Vereinen der dritte Liga getragen würden.

„Ein selbst gewählter Saisonabbruch wäre mit enormen Risiken verbunden, allen voran in Bezug auf mögliche Schadenersatz- und Regressforderungen. Zudem wären die Auf- und Abstiegsregelungen unklar und erst vom DFB-Bundestag zu entscheiden, ein Aufstieg in die zweite Bundesliga wäre nicht automatisch gewährleistet“, warnt DFB-Vize Peter Frymuth.

Bedenken haben die Regional- und Landesverbände zum Antrag des Saarländischen Fußball-Verbandes geäußert, die dritte Liga zu erweitern und in zwei Staffeln aufzuteilen. Eine kurzfristige Einführung ist nach Einschätzung der Konferenz weder faktisch noch rechtlich und wirtschaftlich umsetzbar. Der Vorschlag soll in den Ausschuss verwiesen werden.

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