„Schotti“ gewinnt immer mehr Freunde in Jena

Jena.  Die Jenaer Waldweihnacht hat am Sonnabend mehr als 1000 Besucher auf den Otto-Schott-Platz gelockt. Der Veranstalter, die Forstverwaltung, war mehr als zufrieden.

Nach Einbruch der Dunkelheit wurden die Schwedenfeuer entzündet. Es gab nicht nur eins oder zwei sondern eine ganze Allee, direkt aus Stadtforstholz hergestellt.

Nach Einbruch der Dunkelheit wurden die Schwedenfeuer entzündet. Es gab nicht nur eins oder zwei sondern eine ganze Allee, direkt aus Stadtforstholz hergestellt.

Foto: Thomas Beier

Die 1. Jenaer Waldweihnacht auf dem Forst war der Shootingstar in der Jenaer Weihnachtsmarkt-Hitparade. Die Stadtforstverwaltung hatte am Sonnabend mit etwa 80 bis 100 Leuten auf dem Otto-Schott-Platz gerechnet, denn mit Ausnahme einer Zeitungsmeldung gab es vorab kaum Werbung. Tatsächlich kamen am aber mehr als 1000 Leute!

„Das ist ja der Hammer“, sagte Stadtförster Michael Rindt zu Stadtförster Olaf Schubert. Besonders voll war es in der früher „Tanzboden“ genannten Hütte neben der Konzertmuschel. Die Bastelstrecke platze förmlich aus allen Nähten. Ebenso waren die Feuerstellen dicht umlagert, wobei in der langen Reihe der Schwedenfeuer entlang des Hauptweges jeder eine Stelle zum Aufwärmen fand. Es waren die Stichworte „Wald“ und „Schottplatz“, die die Menschen anlockten. Bei Kutschfahrten saß zudem der Weihnachtsmann auf dem Bock.

Der Schottplatz soll ein Naturerlebniszentrum werden. Viele der Gäste, die am Sonnabend kamen, kennen ihn noch aus der Zeit, als er einen tollen Ruf als sportliches und kulturelles Zentrum hatte. „Es ist schön, dass der Platz nun zu neuem Leben erweckt wird“, sagte Eberhard Kalus aus Ammerbach, der zu den Besuchern gehörte. Familie Heller kam mit ihren Kindern auf den Berg, weil die unbedingt den Weihnachtsbaum für die Tiere schmücken wollten. Das passierte nach einer Fackelwanderung und geschah mit frischen Möhren. Besucher Sebastian Huhn lobte den Enthusiasmus der Forstverwaltungsmitarbeiter. Sie würden sich sehr mit dem Projekt identifizieren. Er staunte zudem über die Parkplatzsituation auf der großen Wiese am Otto-Schott-Platz: „Das ist ja besser als in der Innenstadt!“

Stadtförster Olaf Schubert sagte etwas zum Stand der Planungen. In den nächsten Tagen soll die Ausschreibung rausgehen. Wichtigste Bauvorhaben wird 2020 das Hauptgebäude sein, das es an heutige Bedürfnisse anzupassen gilt. Parallel dazu gibt es eine Feinabstimmung des Konzeptes, dessen Gerüst in den Arbeitsgruppen erstellt wurde. Da wird die Politik ein Wörtchen mitreden.

Fest steht bereits, dass die Umweltbildung auf den Forst ziehen wird. Kinder, Familien und alle Freunde des Waldes sind die wichtigste Zielgruppe. Für viele junge Besucher ist bereits klar, was es in naher Zukunft unbedingt geben muss: „Schotti“ braucht ein großes Baumhaus und einen Kletterparcours!

Erwachsene beschäftigen sich indes eher mit Infrastrukturfragen. Der Otto-Schott-Platz befindet sich zwar Luftlinie keine zwei Kilometer von der Tatzendpromenade entfernt. Mit dem Auto sind es aber zehn Kilometer. Der „Weg ist das Ziel“ sagt Olaf Schubert, und so bevorzugt er Varianten, die keinen zusätzlichen Verkehr in den Wald bringen. Etwa durch die Verlängerung des Erlebniswanderweges „Schlauer Ux“ bis an die Buslinie 14 (Langetal) heran. Auch habe der Nahverkehr seine grundsätzliche Bereitschaft signalisiert, Busse bei Bedarf über die heutige Endhaltestelle hinaus als Waldbus zu verlängern.

Nicht vergessen ist bei älteren Schottplatz-Freunden, dass es schon mal eine Seilbahn vom Schott-Betriebsgelände im Südviertel hinauf in den Wald gab. Deren Gondeln dienten zwischen 1953 und 1971 als Transportmittel für Produktionsabfälle und Asche, die unterhalb des Otto-Schott-Platzes auf einer Schutthalde („Schutti“) abgelagert wurden. Die Deponie wurde zwischen 2006 und 2009 saniert und abgedeckt. Von ihr geht keine Gefahr mehr aus. Die Seilbahn wünscht sich aber mancher mit Sesseln für Ausflügler zurück.

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