Guten Morgen

So ein Nasenvogel

Katja Dörn

Katja Dörn

Foto: Peter MichaeliS

Katja Dörn über coronabedingte Rage.

Feilen Sie auch an Ihrer Corona-Gesprächs-Vermeidungsstrategie?

In der Welt der komplizierten Verordnungen, undurchsichtigen Entscheidungen und politischen Fehlgriffe werden die Gespräche immer gereizter. Das muss das Herz-Kreislauf-System erstmal verarbeiten. Einfacher Small Talk mit Gesprächspartnern kann schnell in heftige Emotionsausbrüche ausarten. Selbst mit Freunden und mit der Familie eskaliert es manchmal – wie sagt man? Coronabedingt.

Da wäre ein gutes Manöver vonnöten, um das Thema in andere Bahnen zu lenken. Beim Spaziergang durch den Park im entscheidenden Moment auf einen Vogel zeigen und sagen: Schau, ein Goldregenpfeifer! Während der Gegenüber irritiert verneint und behauptet, es sei eine Amsel, einfach weiter nachfragen und andere Vogelarten durchgehen, um dann den Bogen zu einer guten Naturdokumentation zu spannen.

Und überhaupt gibt es doch da so eine schöne App, mit der Vogelstimmen erkannt werden. Aber Vorsicht: Ehe man sich versieht, könnte das Gespräch zu Nasenvögeln abdriften, jenen Exemplaren der Gattung Mensch, die ihre Masken partout nicht über das Riechorgan ziehen wollen. Und plötzlich regt sich doch wieder bei einem selbst die coronabedingte Rage.

Ach siehe dort, ein Eichelhäher!