So will der Saale-Holzland-Kreis sparen für den Klimaschutz

Eisenberg.  Klimaschutzmanagerin Arlett Nehring soll drei Jahre daran arbeiten, in Verwaltung, Wirtschaft und Bevölkerung Kosten und Energie zu sparen.

Eine Solarthermie-Anlage wie diese soll auf der Gemeinschaftsschule in Bürgel verbaut werden und dort den Warmwasserbedarf weitgehend decken, so dass fürs Heizen weniger Energie verbraucht wird.

Eine Solarthermie-Anlage wie diese soll auf der Gemeinschaftsschule in Bürgel verbaut werden und dort den Warmwasserbedarf weitgehend decken, so dass fürs Heizen weniger Energie verbraucht wird.

Foto: Michael Reichel

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Was macht eigentlich eine Klimaschutzmanagerin? Dass der Begriff vieles umfasst und damit wenig konkret ist, weiß auch Arlett Nehring. Sie hat eben diese Aufgabe Mitte November im Saale-Holzland-Kreis angetreten. Angedockt im Amt für zentrale Dienste in der Kreisverwaltung soll sie der Verwaltung, ortsansässigen Firmen und auch Bürgern helfen, ihren ökologischen Fußabdruck möglichst zu verkleinern – und wenn möglich auch viel Geld zu sparen.

Allein die Verwaltung verbraucht nämlich im Jahr etwa zwei Millionen Kilowattstunden Strom, 3,7 Millionen Kilowattstunden Erdgas und noch einmal etwa zehn Millionen Kilowattstunden Erdgas. Die werden natürlich nicht allein im Eisenberger Schloss verbraucht. Ein Großteil des Budgets wird in den zahlreichen Schulen überall im Kreis verbraucht. Für die Infrastruktur muss der Kreis aufkommen, das schließt Kosten für Strom und Heizung dort mit ein. Jeder gesparte Euro ist hier wertvoll. „Durch Reduzierung des Energieverbrauchs haben wir seit 2015 etwa eine Million Euro eingespart“, sagt Steffen Grosch, Amtsleiter für Gebäude- und Liegenschaftsmanagement im Landratsamt.

Weniger Papier in Eisenberger Büros, weniger Strom fürs Licht, Klimaanlagen richtig einstelle

Diese Entwicklung soll fortgesetzt werden. Die neue Stelle wird finanziert aus Mitteln des Bundesumweltministeriums. Arlett Nehrings Aufgabe ist es intern, den normalen Sachbearbeitern das Einwerben von Fördermitteln abzunehmen, die für Energiesparmaßnahmen eingesetzt werden können. Dazu muss sie sich auskennen mit den Fördertöpfen im Freistaat. „Die Thüringer Aufbaubank verwaltet das Programm Klimainvest, etwa für Elektromobilität“, sagt die Klimaschutzmanagerin. Auch das Zollamt ist aktiv – hier lassen sich Mittel für energieeffiziente Straßenbeleuchtung einwerben. Wieder neu aufgelegt werde gerade das Solarinvest-Programm des Landes. Das will man im Landratsamt nutzen, um eine Solarthermie-Anlage auf der Gemeinschaftsschule in Bürgel zu installieren, die während des Tages für die Eigenversorgung mit Warmwasser dienen soll.

Allerlei Sparmaßnahmen sind geplant. Weniger Papierverbrauch in den Büros, LED-Lampen für die Straßenbeleuchtung – mitunter hilft auch schon eine Feinjustierung von Lüftungsanlagen. „Es kommt vor, dass die mit Werkseinstellungen in Betrieb gehen und dann ohne Unterbrechung durchlaufen, obwohl betroffene Gebäude nur an fünf Tagen pro Woche tagsüber genutzt werden“, sagt Grosch. Auch hier lasse sich viel Geld sparen. „Für das Projekt in Bürgel warten wir auf die Antragsformulare“, sagt Nehring. Wohl auch, weil die Landesregierung derzeit buchstäblich kopflos ist, würden die nicht freigegeben – Fördermittel für die Solaranlage können nicht beantragt werden.

Volkshochschule und Verbraucherzentrale mit im Boot

Doch nicht nur die Verwaltung soll profitieren. Aufklärung über Förderung und Sparpotenzial sollen auch in die Bevölkerung getragen werden. Nehring will die Energieberatung der Verbraucherzentrale einmal im Monat mit betreuen und mit Vorträgen ergänzen – etwa zu aktuell verfügbarer Heizungstechnik oder Empfehlungen, wie man bei Haushaltsgeräten möglichst sparsame Geräte erwischt. In den Veranstaltungen mit der Verbraucherzentrale habe sie auch Fragen in der Richtung gehört, dass Bürger überlegten, sich für oder gegen eine Gasheizung zu entscheiden, wenn durch die Straße eine neue Leitung gelegt wird. „Auch eine Zusammenarbeit mit der Kreisvolkshochschule für das Herbstsemester ist angedacht.“

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Zu den Kommentaren
Im Moment können keine Kommentare gesichtet werden. Da wir für Leserkommentare in unserem Internetauftritt juristisch verantwortlich sind und eine Moderation nur während unserer Dienstzeiten gewährleisten können, ist die Kommentarfunktion wochentags von 22:00 bis 08:00 Uhr und am Wochenende von 20:00 bis 10:00 Uhr ausgeschaltet.