So will die Stadt Jena einen kompletten Corona-Lockdown verhindern

Jena.  Der Oberbürgermeister sagt, was die Stadt Jena bei höheren Corona-Zahlen unternehmen will.

Coronatest

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Foto: Tino Zippel

Oberstes Ziel der Stadtverwaltung ist die Verhinderung eines kompletten Lockdowns. Das hat am Freitag OB Thomas Nitzsche (FDP) bekräftigt. Die Zahl der wöchentlich mit Corona Neuinfizierten liege derzeit bei etwa 20. Doch wolle der Jenaer Krisenstab schon vor dem möglichen Überschreiten der ersten kritischen Grenze von 35 Neuinfizierten signalisieren, „was wir tun würden“, sagte der OB.

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Dazu könne die Ausweitung der Maskenpflicht gehören, wo Menschen sich unter freiem Himmel zu nahe kommen. Deutlich restriktiver würde die Stadt bei privaten Feiern eingreifen wollen. Das lasse sich nicht ausspielen gegen erlaubte Veranstaltungen – deren Hygienkonzepte gäben größere Freiheiten her. Je nach Rechtssprechung hält der OB auch Sperrstunden für möglich. „Das Beherbergungsverbot sehen wir aber kritisch“, sagte der OB. Das sei bei aktuell 70 deutschen Risikogebieten nicht zu handhaben.

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Hart an der Grenze der Überlastung bewege sich das Gesundheitsamt. Man müsse sich vorstellen: Bei 20 Neuinfizierten pro Woche auf 100.000 Einwohner müssten je Fall 10 bis 20 Kontaktpersonen ermittelt werden. „Das ist eine schiere Zeitfrage, wie man mit der Kontaktverfolgung hinterherkommt.“ Laut Städtetag liege bei 30 bis 40 Fällen die Grenze dessen, was ein Gesundheitsamt leisten kann.