Spezialglas für Optiken und Fasern kommt aus Kahla

Kahla.  Sie kennen die Geheimnisse besonderer Gläser und stellen sie für Spezialfirmen her: Michael Berg und Lothar Brehm der Kahlaer Firma „2b-spezial“.

Michael Berg (links) und Lothar Brehm haben nicht nur ihre klugen Ideen in ihre Firma „2b-special“ gesteckt, sondern auch die Anfangsbuchstaben ihrer Nachnamen.

Michael Berg (links) und Lothar Brehm haben nicht nur ihre klugen Ideen in ihre Firma „2b-special“ gesteckt, sondern auch die Anfangsbuchstaben ihrer Nachnamen.

Foto: Foto: Jens Henning

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„Wir haben einen hohen Exportanteil. Deshalb ist unsere Internetseite auch in englischer Sprache gehalten und nicht in Deutsch“, erklärte Lothar Brehm, Geschäftsführer der 2b-special GmbH, Andreas Heller, dem Landrat des Saale-Holzland-Kreises. Der hatte am Dienstag bei seiner ersten Firmenvisite im neuen Jahr das High-Tech-Unternehmen in Kahla besucht, in dem Glas mit unterschiedlichen Brechzahlen produziert wird, das von anderen Firmen weiter verarbeitet und später in Spezial-Optiken und in Spezial-Fasern eingesetzt wird.

Lothar Brehm führt das Unternehmen gemeinsam mit Michael Berg. Die Anfangsbuchstaben der Nachnamen der beiden Firmenchefs lieferten daher auch die Vorlage für den etwas ungewöhnlichen Firmennamen „2b-special“, erfuhr Heller. „Das hatte sich irgendwie angeboten. Beide Namen fangen mit B an. Der Firmenname hat dadurch schon ein gewisses Alleinstellungsmerkmal“, sagte Brehm.

Michael Berg ist Pfälzer. Er hat in Karlsruhe studiert, in der Späth-Ära kam er nach Jena. Drei Jahre arbeitete er an einem Institut am Beutenberg, danach zehn Jahre in der Solarindustrie. Lothar Brehm stammt aus Gehren im Thüringer Wald. Er arbeitete im Jenaer Glaswerk, war ab 2004 Gründer und Geschäftsführer der J-Fiber Gruppe mit Sitz in Jena.

In Jena vergeblich nach passenden Räumen für Produktion gesucht

Die Betriebsstätte von „2b-special“ befindet sich im Kahlaer Gewerbegebiet „Im Camisch“. „Wir hatten damals nach passenden Räumen und Flächen für die Produktion gesucht. Wir waren auch in Jena. Der Standort in Kahla hat uns überzeugt. Wir haben den Schritt in den Saale-Holzland-Kreis nicht bereut. Wir sind sehr zufrieden“, sagte Berg.

Im Dezember 2016, kurz vor Weihnachten, führte der erste Weg die zwei Unternehmer zum Notar. Anfang 2017 startete der Ausbau der Halle, Anfang 2018 die Test-Produktion.

Kundenaufträge kommen aus der ganzen Welt. „Wir haben zehn Kunden, drei sind in Deutschland ansässig, die anderen in Europa, in den USA und in Asien. Der Anteil am Exportgeschäft beträgt bei uns knapp 60 Prozent. Der Schwerpunkt liegt auf Firmen, die in der Medizintechnik tätig sind“, sagte Brehm.

Schon im zweiten Jahr bekam das Unternehmen durch Vertreter des Technischen Überwachungsvereins (TÜV) Süd in München das ISO-Zertifikat verliehen. „Auf diese Zertifizierung legen unsere Kunden großen Wert. Sie sind auch für uns ein mögliches Sprungbrett für neue Märkte“, sagte Brehm.

Neue Firma profitiert von Netzwerken der Gründer

2,5 Millionen Euro haben die Unternehmer bisher investiert. Dass die Firma so schnell auf dem Markt Fuß fassen konnte, lag an den exzellenten Kontakten von Lothar Brehm und an seinen früheren Tätigkeiten in den Bereichen der Glasfasertechnologien. „Ich habe mir ein großes Netzwerk aufgebaut. Das hat uns von Anfang an geholfen“ sagte Brehm. Neben den beiden Geschäftsführern sind etwa zehn Personen beschäftigt, die Hälfte davon Anlagenfahrer.

Das Herzstück der Kahlaer Betriebsstätte ist eine drei Tonnen schwere Beschichtungsmaschine. „Sie stammt aus unserer Feder. Wir sind damit sehr flexibel aufgestellt, auch für eine neue Kundschaft“, sagte Berg. Bei „2b-special“ geht es immer um individuelle kleine Aufträge, die Stückzahlen bewegen sich zwischen eins und fünf. Massenfertigungen sucht man hier vergebens.

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