Politik

„Stahlrohr-Variante fürs Jenaer Stadion bringt’s nicht“

Eine andere Bauweise für den Stadion-Neubau in Jena ergäbe Komfort-Verluste. Das sagte Finanzdezernent Benjamin Koppe auf Bürgeranfrage vorm Stadtrat.

Benjamin Koppe (CDU), Finanz- und Sportdezernent der Stadt, mit Stadion-Hintergrund.

Benjamin Koppe (CDU), Finanz- und Sportdezernent der Stadt, mit Stadion-Hintergrund.

Foto: Foto: Tino Zippel / Tino Zippel

Jena. Der FC Carl Zeiss und der FF USV ohne jegliche Beteiligung an den Betriebskosten? – Das hält Finanzdezernent Benjamin Koppe (CDU) im Zuge der Refinanzierung des anstehenden Stadion-Neubaus für ein „Extremszenario, das wir kaum erleben werden“. So reagierte er am Mittwoch vorm Stadtrat auf eine Bürgeranfrage von Theodor Peschke.

Würden sich beide Vereine tatsächlich aus verschlechterten sportlich-finanziellen Situationen heraus mit keinerlei Entgelten beteiligen, erhöhte sich der jährliche städtische Zuschuss von einkalkulierten 1,75 auf 2,3 Millionen Euro pro Jahr, so rechnete Koppe vor. Ohne jeglichen Spielbetrieb beider Teams, so absurd das klinge, würde die Stadt sparen und nur noch 1 Million Euro zuschießen müssen. Man könne sich dem Risiko des Profi-Spielbetriebs aber nicht entziehen. Ganz klar werde der Investor, über den demnächst zu entscheiden sei, an den Risiken zu beteiligen sein, erläuterte Koppe.

Peschke wollte zudem wissen, inwiefern mit zeitlich gestaffelter und anderer Bauweise Geld zu sparen wäre. Heißt: preiswertere Stahlrohr- statt geplanter Stahlbeton-Bauweise. Mit der modularen Stahlrohrbauweise könne zudem womöglich erst auf eine Kapazität von 10.000 Zuschauern erhöht und die Erweiterung auf 15.000 verschoben werden, „bis der Aufstieg in die 2. Liga sicher ist“.

Koppe bestätigte zwar Kalkulationen, dass die Stahlbeton-Bauweise teurer sei. Die Stahlrohr-Variante schließe aber Komfortverluste ein. So entfiele nach Koppes Beschreibung insbesondere der erwünschte Witterungsschutz.

Wiederum: Die 15.000 Zuschauer als Kapazität seien als Lizenzbedingung der 2. Liga für das Projekt vorgegeben gewesen. Die von Peschke vorgeschlagenen Reduktionen befolgt, stünde nach Koppes Darstellung ein anderes Projekt zur Diskussion, für das „alles neu geplant“ werden müsste. Der Dezernent betonte zudem, dass sich mit einer „Sanierung im Bestand“ keine großen Kostenunterschiede zum geplanten Neubau-Projekt ergäben. „Wir haben ein Projekt vor uns, das sehr gut verhandelt ist.“

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