Suche nach Cheftrainer beim FC Carl Zeiss Jena: Dieser Kandidat hat die Nase vorn

Jena  Wer ist der optimale Cheftrainer für den Verein? Der FC Carl Zeiss Jena führt die Bewerbungsgespräche auswärts, während Interimstrainer Fröhlich die Arbeit aufnimmt.

FC Carl Zeiss Jena - MSV Duisburg: Jenaer Fans in der Südkurve.

FC Carl Zeiss Jena - MSV Duisburg: Jenaer Fans in der Südkurve.

Foto: Tino Zippel

Während die Spieler am Dienstag erstmals nach dem Rauswurf von Lukas Kwasniok unter Christian Fröhlich trainierten, haben 450 Kilometer weiter westlich die Entscheidungsträger getagt: Wer ist der optimale Cheftrainer für den FC Carl Zeiss Jena?

Präsident Klaus Berka, sein Stellvertreter Sidney Balan und Geschäftsführer Chris Förster sind zu Gast bei Investor Roland Duchatelet im belgischen Sint-Truiden. Sie wollen ihn in die Auswahl einbeziehen, schließlich leistet er finanzielle Rückendeckung, wenn er am Ende der Saison wieder einen Millionenbetrag ausgleichen muss.

Timo Rost hatte Auswahlteam bereits am Montag getroffen

Wie unsere Zeitung bereits am Dienstag berichtete, stehen aktuell noch drei Kandidaten auf der Liste. Andreas Golombek (zuletzt Sportfreunde Lotte) und Karsten Neitzel (zuletzt Rot-Weiss Essen) sprachen am Dienstag direkt in Belgien vor. Timo Rost, der aktuell den Regionalligisten Spielvereinigung Bayreuth trainiert, hatte das Auswahlteam bereits am Montag in Köln getroffen.

Zudem beriet die Klub­führung darüber, ob sie das Trainerteam mit Alexander Voigt ergänzt, um einen mit Jena verbundenen Ex-Spieler einzubauen. Allerdings deuteten die Bewerber an, dass sie eigene Vertraute als Assistenten bevorzugen. Neitzel brachte wenig überraschend seinen guten Freund Carsten Nulle ins Gespräch, der einst das Jenaer Tor hütete.

Rost liegt in Front vor Golombek

Doch wie geht es nun weiter? Nach Informationen unserer Zeitung liegt Rost in Front vor Golombek. Weil Präsident Berka am Montag verhindert war, will er sich kurzfristig noch einmal mit dem Bayreuth-Coach treffen. Hebt er den Daumen, geht es nur noch darum, sich finanziell einig zu werden.

Derweil trainieren die Fußballer unter Interimscoach Christian Fröhlich. Um 10 Uhr rief er die Mannschaft vor einer Handvoll Zuschauer auf einem Nebenplatz im Abbe-Sportfeld zusammen. So mancher Fan zeigte sich darüber verwundert, dass Kwasniok-Intimus Lucca Strolz noch immer dem Trainerstab als Co-Trainer angehört. Ob das dauerhaft so bleibt, wird sich noch entscheiden. Fröhlich jedenfalls ließ das Team, bei dem Kapitän Dominic Volkmer wegen seiner Schulterverletzung pausierte, eine lockere Einheit mit Übungen zum Pass- und Stellungsspiel absolvieren. „Ich bereite die Mannschaft guten Gewissens so auf den Betzenberg vor, wie ich mir das vorstelle“, sagte Fröhlich mit Blick auf das Spiel am Samstag beim 1. FC Kaiserslautern, von dem er noch nicht weiß, ob er dort der verantwortliche Trainer sein wird.

Für Fröhlich eine Ehre, jetzt die Mannschaft betreuen zu dürfen

Viel ändern könne er in der kurzen Zeit nicht. Aber für Fröhlich ist klar, was er jetzt von der Mannschaft sehen will: „Die Grundtugenden gehören dazu. Es heißt nicht umsonst Abstiegskampf.“ Dass manchem Spieler der Abschied von Kwasniok schwer fällt, kann er verstehen. Aber: „Eines ist klar – was vorher war, das ist vorbei. Es ist Profifußball und die Regularien im Profifußball kennt jeder.“

Für ihn persönlich sei es trotz der schwierigen Situation eine Ehre, jetzt die erste Mannschaft betreuen zu dürfen. Weil ihm die für die 3. Liga nötige Fußballlehrer-Lizenz fehlt, kann er nur kurzzeitig einspringen. Ob er dem Stab des neuen Trainers angehören will, ließ er offen. „Natürlich würde ich gern so hochklassig wie möglich arbeiten. Aber wie das dann wird, das ist jetzt nicht das Entscheidende.“

Die Hoffnung, dass das Tabellenschlusslicht, das aus zehn Spielen nur einen Punkt holte, doch noch den Klassenerhalt schafft, hat Christian Fröhlich noch nicht aufgegeben. „Einige sagen, es ist schon vorbei. Daran glaube ich persönlich nicht. Aber es ist fünf vor zwölf.“

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