Gebürtiger Thüringer bekommt Chemie-Nobelpreis

Stockholm  Der Nobelpreis für Chemie geht in diesem Jahr an den in Jena geborenen US-Amerikaner John Goodenough.

Der gebürtige Jenenser John B. Goodenough erhielt 2018 die Ehrendoktorwürde der Universität Jena. Jetzt bekam er auch den Nobelpreis für Chemie.

Der gebürtige Jenenser John B. Goodenough erhielt 2018 die Ehrendoktorwürde der Universität Jena. Jetzt bekam er auch den Nobelpreis für Chemie.

Foto: Katja Dörn

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Der Nobelpreis für Chemie geht in diesem Jahr an den in Jena geborenen US-Amerikaner John Goodenough, Stanley Whittingham (in Großbritannien geboren) und Akira Yoshino (Japan) für die Entwicklung von Lithium-Ionen-Batterien. Das teilte die Königlich-Schwedische Akademie der Wissenschaften am Mittwoch in Stockholm mit.

Die leichten, wiederaufladbaren und starken Batterien würden in zahlreichen Produkten wie Mobiltelefonen, Laptops und Elektro-Fahrzeugen eingesetzt.

Sie können große Mengen an Solar- und Windenergie speichern und machen so eine Welt frei von fossilen Kraftstoffen möglich, wie es weiter hieß. Der 1922 geborene Goodenough sei der älteste Nobelpreisträger überhaupt. Sein Vater Erwin, der 1922 in Oxford seine Promotion ablegte, vertraute vor 95 Jahren mehr der deutschen als der englischen Medizin. Also reiste er mit seiner Frau nach Jena, wo John Bannister zur Welt kam. Nur kurze Zeit später zog die Familie wieder aus Deutschland weg.

2018 wurde Goodenough die Ehrendoktorwürde der Chemisch-Geowissenschaftlichen Fakultät der Universität Jena verliehen.

Ulrich S. Schubert, Direktor des Zentrums für Energie und Umweltchemie der Universität Jena (CEEC), sagte: „Wir fühlen uns hoch geehrt, dass unser Ehrendoktor John Goodenough diese höchste wissenschaftliche Auszeichnung für seine bahnbrechendenden Arbeiten bei der Entwicklung von Lithium-Batterien erhalten hat. Wir im CEEC der Friedrich-Schiller-Universität Jena werden dadurch angespornt, mit größtem Eifer umweltfreundlichere Batterien zu entwickeln.“

Chemie-Nobelpreis an 180 verschiedene Forscher vergeben

Die renommierteste Auszeichnung für Chemiker ist derzeit mit umgerechnet rund 830.000 Euro (9 Millionen Schwedischen Kronen) dotiert. Die feierliche Übergabe der Preise findet traditionsgemäß am 10. Dezember statt, dem Todestag des Stifters Alfred Nobel.

Seit 1901 wurde der Chemie-Nobelpreis an 180 verschiedene Forscher vergeben. Einer von ihnen, der Brite Frederick Sanger, erhielt ihn zweimal. Unter den Preisträgern waren bislang fünf Frauen, etwa Marie Curie 1911, die die radioaktiven Elemente Polonium und Radium entdeckte und erst im vergangenen Jahr die US-amerikanische Enzymforscherin Frances Arnold.

Am Montag war der Nobelpreis für Medizin Gregg Semenza (USA), William Kaelin (USA) und Peter Ratcliffe (Großbritannien) zuerkannt worden. Sie hatten gezeigt, wie Zellen den Sauerstoffgehalt in ihrer Umgebung wahrnehmen und auf Veränderungen reagieren.

In diesem Jahr zwei Preisträger für Literaturnobelpreis

Am Dienstag wurde eine Hälfte des Physik-Nobelpreises den Schweizer Astronomen Michel Mayor (77) und Didier Queloz (53) zugesprochen. Sie hatten den ersten Exoplaneten entdeckt, der einen sonnenähnlichen Stern umkreist. Die andere Hälfte erhält der kanadisch-amerikanische Kosmologe James Peebles (84) für grundlegende Erkenntnisse zum Universum.

Am Donnerstag folgt die Bekanntgabe der diesjährigen Literaturnobelpreisträger. In diesem Jahr werden zwei Autoren geehrt, da der Preis 2018 nach einem Skandal im Jurygremium nicht vergeben worden war. Am Freitag wird der Friedensnobelpreisträger benannt.

Im vergangenen Jahr hatten neben der Enzymforscherin Frances Arnold auch George Smith (ebenfalls USA) und der Brite Gregory Winter den Nobelpreis für Chemie erhalten. Mit der Evolution als Vorbild hatten die Proteinforscher Möglichkeiten für eine umweltfreundlichere Herstellung von Arznei- und Biokraftstoffen geschaffen.

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