Vereinte Kräfte für den Rothensteiner Tunnel

Rothenstein.  Gemeinde Rothenstein und Stadt Jena schließen Zweckvereinbarung für den Brandschutz im neuen Tunnel.

Wollen künftig gemeinsam den Brandschutz im Tunnel Rothenstein sicherstellen: (von links) Jenas Feuerwehrchef Frank Schörnig, Sicherheitsdezernent Benjamin Koppe, Rothensteins Bürgermeister Matthias Kühne und Michael Gläser, Ortsbrandmeister der Gemeinde.

Wollen künftig gemeinsam den Brandschutz im Tunnel Rothenstein sicherstellen: (von links) Jenas Feuerwehrchef Frank Schörnig, Sicherheitsdezernent Benjamin Koppe, Rothensteins Bürgermeister Matthias Kühne und Michael Gläser, Ortsbrandmeister der Gemeinde.

Foto: Katja Dörn

Anfang 2022 wird der neue Tunnel in Rothenstein eine verkehrstechnische Verbesserung für Pendler auf der Bundesstraße 88 ermöglichen. Die Gemeinde steht dann vor der Herausforderung, mit ihren Freiwilligen Feuerwehr die Sicherheit für die unterirdische Strecke zu gewährleisten. Um von allen Seiten eine schnelle Einsatzfähigkeit herzustellen, erhalten die Kameraden Unterstützung von der Stadt Jena.

Rothensteins Bürgermeister Matthias Kühne und Jenas Sicherheitsdezernent Benjamin Koppe unterzeichneten am Donnerstag eine Brandschutz-Zweckvereinbarung, die zuvor bereits in den jeweiligen Gremien verabschiedet wurde. Grundlage ist Paragraf 4 des Thüringer Brand- und Katastrophenschutzgesetz, in der die gegenseitige Hilfe verankert ist, erklärt Koppe. Kosten kommen nur auf Rothenstein hinzu. Sollte beispielsweise bei einer Ölspur kein Verursacher gefunden werden, müsste Jena das eingesetzte Bindemittel erstattet werden.

Jena übernimmt Einsätze am Nordportal

Die Zusammenarbeit sieht vor, dass sich beide Kommunen bei der Einsatzplanung abstimmen und zusammen üben. Konkret soll Rothenstein das Südportal absichern, während die Stadt Jena das Nordportal übernimmt. „Vom Norden her können wir schneller anfahren“, erklärt Jenas Feuerwehrchef Peter Schörnig. Hierbei stehen die Freiwilligen Wehren aus Göschwitz und Winzerla in der Ausrückeordnung ganz oben.

Die Herausforderungen für die Einsatzkräfte seien komplex, verdeutlichen Schörnig und Rothensteins Ortsbrandmeister Michael Gläser. Der einspurige Verkehr fließt gegenläufig, zum Süden hin macht der Tunnel einen schwer einsehbaren Knick. „Es fehlen 15 Meter zu der magischen 400-Meter-Länge, deshalb entfällt vieles“, sagt Gläser. Eine eigene Entlüftung sowie eine Löschanlage, wie sie im Jagdbergtunnel gegeben ist, sind im relativ kleinen Tunnel nicht vorgesehen.

Die neuen Aufgaben fordern Rothenstein auch finanziell. Die Gemeinde benötigt durch den Tunnel ein Sonderausrüstung, ein neues Löschfahrzeug sowie damit verbunden ein größeres Feuerwehr-Gerätehaus. Die Investitionskosten würden aber nur teilweise vom Land getragen. „Wir müssen 700.000 Euro Kredit für das neue Gebäude aufnehmen“, sagt der Bürgermeister. Geld, dass an anderer Stelle fehlen wird. Selbst Gespräche mit Landtags- und Bundestagsabgeordneten, um eine Lösung herbeizuführen, hätten bislang nichts gebracht. Die Zeit drängt: Ende 2021 soll das neue Feuerwehrhaus eingeweiht werden.