Vor 30 Jahren: Zeitzeugen beleuchten Umbruch in Jena

Jena  Tag der Stadtgeschichte mit Podiumsdebatten und einer Stadtführung zur friedlichen Revolution von 1989 am kommenden Samstag in Jena.

Der damalige Platz der Kosmonauten war 1989 und 1990 mehrmals Schauplatz von Kundgebungen, hier zum Warnstreik am 15. Januar 1990.

Der damalige Platz der Kosmonauten war 1989 und 1990 mehrmals Schauplatz von Kundgebungen, hier zum Warnstreik am 15. Januar 1990.

Foto: Dieter Urban

War das vor 30 Jahren eine Revolution, obwohl nur demonstriert wurde? Trifft der umgangssprachlich verwendete Begriff der Wende überhaupt das, was im Herbst 1989 geschehen ist? Diese und andere Fragen zu diskutieren, soll Anliegen des Tages der Jenaer Stadtgeschichte am Samstag sein.

So kündigt es der Jenaer Stadthistoriker Rüdiger Stutz gestern an. Gelingen soll das vor allem auch mit Hilfe von Zeitzeugen. Man habe einige von ihnen eingeladen, sei aber genauso daran interessiert, dass weitere Zeitzeugen dazu stoßen und eigene Erlebnisse beitragen können.

So wird Jenas OB Thomas Nitzsche (FDP) den Stadtgeschichtstag um 10 Uhr im Haus auf der Mauer eröffnen. Im Anschluss soll es zwei Podiumsdiskussionen geben. Bei der ersten Runde, die von Rüdiger Stutz moderiert wird, geht es um die Situation und die Entwicklung in Frühjahr und Sommer 1989 in Jena. Beleuchten wolle man die politische Lage der Stadt und das hier bestehende Machtsystem der SED. Zu Wort kommen dabei der ehemalige Kriminalpolizist Herbert Bartsch, die Ärztin und Teilnehmerin des Rathausgesprächs vom 30. Oktober 1989, Irene Misselwitz, und die damals in der umweltkritischen Initiative Stadtökologie engagierte Maja Petersdorff.

Bei der 2. Runde stehen die Bürgerbewegungen und neuen Parteien mit ihren doch recht unterschiedlichen Zielen im Fokus. Hier konnte als Moderator Michael Dorsch gewonnen werden, der zu DDR-Zeiten Superintendent in Jena gewesen ist.

Der Jenaer Schauspieler Martin Bertram bereichert das Ganze mit Gedanken aus dem Jahr 1989. Und zum Ende der Veranstaltung wird zu einer vom Thüringer Archiv für Zeitgeschichte organisierten Stadtführung zu Stätten des Herbst-Umbruchs durch Jena eingeladen.

Übrigens wird es bereits am Freitag ab 19 Uhr eine Performance der Freien Bühne Jena zur friedlichen Revolution in der Stadtkirche geben.

Tag der Stadtgeschichte, Samstag, 26. Oktober, ab 10 Uhr, Haus auf der Mauer

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