Wege im Damenviertel sollen sicherer werden

Jena.  Per Einwohnerantrag setzen sich Bewohner des Damenviertels für mehr Verkehrssicherheit für Fußgänger und Radfahrer ein. Jetzt ist die Verwaltung am Zug.

Die Kreuzung vor der „Wartburg“ am Abend.  Mancher sagt, Autofahrer sind auf der Straße Am Planetarium zu flott unterwegs.

Die Kreuzung vor der „Wartburg“ am Abend. Mancher sagt, Autofahrer sind auf der Straße Am Planetarium zu flott unterwegs.

Foto: Thomas Beier

Mitarbeiter der Stadtverwaltung sollen Ideen für mehr Verkehrssicherheit im Damenviertel entwickeln und mit den Bürgern besprechen. Diesen Auftrag hat der Ausschuss für Stadtentwicklung und Klimaschutz der Verwaltung gegeben. Das ist die Folge eines Einwohnerantrages, den Bürger aus dem Viertel im Sommer auf den Weg gebracht hatten.

Cornelia Förster, einer Vertreterin der Einwohnerinitiative, begrüßt das Ergebnis. Sie war fast etwas überrascht, wie sachlich und ruhig die Debatte im Ausschuss über die Bühne ging. „Vor allem der im Gremium angeregte Beteiligung der Bürger zeigt uns, dass die Stadt unsere Situation im Damenviertel ernst nimmt.“ Jetzt könne die Arbeit beginnen.

Mit dem Einwohnerantrag wollten Bewohner des Damenviertels, Verkehrsberuhigung erreichen sowie Spielräume für Kinder schaffen. Zudem ging es um bessere Bedingungen für den Fuß- und Radverkehr im Viertel. Sowohl punktuell als auch durch Fahrradstraßen sollte dies geschehen. Es wurden mehr als 300 Unterschriften gesammelt, womit der Jenaer Stadtrat gezwungen war, das Thema zu besprechen.

Verfahren als Blaupause für andere Stadtteile

Die Verwaltung hat im Ausschuss dargestellt, was verkehrsplanerisch möglich ist. Das Machbare reicht von der Pflicht bis zur Kür. Gleichzeitig hat die Verwaltung darauf verwiesen, dass es Aufgabe der Stadtpolitik sei, vorzugeben, wo die Verwaltung im Spektrum der Möglichkeiten Maßnahmen für bessere Bedingungen schwächerer Verkehrsteilnehmer einzuordnen hat. Die Ortsteilbürgermeisterin Jena-Zentrum, Kathleen Lützkendorf, sagt, dass andere Stadtteile mit ähnlichen Problemen konfrontiert sind: „Widrige Bedingungen für Kinder, Fuß- und Radverkehr finden sich in allen Wohngebieten.“ Das aufgezeigte Vorgehen im Damenviertel könne daher als Blaupause für ganz Jena dienen.

Die Initiatoren des Einwohnerantrages hoffen, dass sich die Verwaltung bei der Entwicklung konkreter Maßnahmen auf die vom Stadtrat beschlossenen „Leitlinien Mobilität“ besinnt. Darin seien als Ziele die Erhöhung der Verkehrssicherheit und der Schaffung eines stadtverträglichen Verkehrs benannt, womit eine Richtschnur für die städtische Verkehrsplanung bereits vorgegeben sei.

In einem Punkt lässt die Stadtverwaltung nicht mit sich reden. Der grüne Pfeil an der Ampel beim Nollendorfer Hof, den hatte Oberbürgermeister Thomas Nitzsche (FDP) höchstpersönlich kurz nach seiner Wahl angeschraubt, ist nicht verhandelbar. Aus Gründen der Verkehrssicherheit sei der Abbau des Pfeiles nicht erforderlich. Erst, wenn sich die Leistungsfähigkeit der Kreuzung auf andere Weise verbessere, könne man darüber reden.

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