Wie der FC Carl Zeiss Jena die Lösung der Trainerfrage sucht

Jena.  Nach der Entlassung von Rico Schmitt diskutieren die Verantwortlichen des FC Carl Zeiss Jena verschiedene Optionen. Die interne Lösung ist noch nicht vom Tisch.

René Klingbeil ist derzeit Interimstrainer beim FC Carl Zeiss Jena.

René Klingbeil ist derzeit Interimstrainer beim FC Carl Zeiss Jena.

Foto: Tino Zippel

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Zwei Wochen nach der Trennung von Rico Schmitt hat der FC Carl Zeiss Jena noch keinen neuen Trainer an der Angel. Wir beantworten die wichtigsten Fragen zum aktuellen Stand der Trainersuche.

Wer übernimmt diese Woche das Training beim FC Carl Zeiss Jena?

Sicher ist, dass Interimstrainer René Klingbeil auch in dieser Woche weiter die Verantwortung trägt. Zur Pressekonferenz vorm Spiel ist bereits eingeladen. Er bereitet das Team nach dem freien Tag am Dienstag aufs nächste Punktspiel vor: Am Sonnabend um 14 Uhr empfängt das Schlusslicht der dritten Liga den SV Meppen – mit Klingbeil auf der Bank. Intern wird seine Arbeit sehr positiv bewertet.

Welche Trainerkandidaten sind im Gespräch?

„Bis 26. Februar wird René Klingbeil die Mannschaft betreuen. Danach brauchen wir einen Trainer mit Fußballlehrer-Lizenz“, sagt Geschäftsführer Chris Förster. „Wir sind in Gesprächen, werden diese intensivieren.“ Derzeit schweigt der Manager zu möglichen Kandidaten. Auf der Liste sollen nach Informationen unserer Zeitung nicht nur Trainer stehen, die vereins­los sind.

Warum befördern die Jenaer nicht René Klingbeil zum Cheftrainer?

Klingbeil hat im Jahr 2017 die B-Lizenz erworben. Der Deutsche Fußball-Bund verlangt jedoch, dass die Drittligisten einen Fußballlehrer beschäftigen. Heißt: Klingbeil fehlen drei Lizenzstufen, um in der Liga arbeiten zu dürfen. Mindestens drei Kurse sind nötig, um die höchste Lizenz zu erreichen – kurzfristig ist nichts zu machen. Die Ausnahmegenehmigung des DFB für Klingbeil gilt bis zum 26. Februar.

Gibt es Wege, wie Klingbeil dennoch weiterarbeiten darf?

Eine Sondergenehmigung seitens des Verbandes ist unwahrscheinlich. Allerdings haben andere Vereine schon das Teamchef-Modell angewandt. Heiko Weber war beispielsweise bei Erzgebirge Aue der Teamchef, während Assistent Rico Schmitt als Trainer und Lizenz­geber agierte. Die Jenaer ziehen durchaus eine solche Variante in Erwägung. Klingbeil wäre der Teamchef. Doch wer stellt die Lizenz?

Ist eine interne Lösung wahrscheinlich?

Drei Mitarbeiter des FC Carl Zeiss Jena haben die nötige Lizenz: A-Junioren-Trainer Kenny Verhoene, der Leiter des Nachwuchsleistungszentrums, Heiko Nowak, und Nachwuchstorwarttrainer Tomislav Piplica. Aktuell spielen die drei Lizenzinhaber in den Überlegungen keine Rolle, da sie allesamt in Aufgaben gebunden sind.

Wer kommt als möglicher Helfer in Betracht?

Prinzipiell heißt es in den personell-administrativen Zulassungsvoraussetzungen des DFB für die Liga: „Verpflichtung eines verantwortlichen Trainers für die Mannschaft der 3. Liga mit Fußballlehrer-Lizenz (UEFA-Pro-Lizenz).“ Welche Aufgaben der „Verantwortliche“ genau erledigen muss, ist in den Statuten nicht geregelt. Denkbar wäre, einen erfahrenen Trainer aus dem Jenaer Umfeld für eine Übergangszeit hinzuzuziehen, der vor allem Klingbeil die Arbeit mit der Mannschaft anvertraut.

Welche Vorteile hätte eine solche Variante?

Die jüngsten Leistungen des Teams zeigen, dass Klingbeil offenbar die richtigen Worte findet und auch taktisch das Team gut auf die Gegner einstellt. Gute Voraussetzungen also, die Mini-Chance auf den Klassenerhalt zu wahren. Trotzdem bleibt die Wahrscheinlichkeit, dass die Mannschaft absteigt, sehr hoch. Kommt ein neuer Trainer, sollte der nach Willen der Klubführung auch die Lösung für die Regional­liga sein. Startet er schon jetzt ins Amt und steigt ab, wird ihn dieser Makel belasten – obwohl er nur eine geringe Chance hatte, das Ruder zum Positiven herumzureißen.

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