Zahl der Baugenehmigungen ist in Jena rückläufig

Jena  Die Zahl der Baugenehmigungen ist in Jena rückläufig. Zugleich steigt die Zahl der gebauten Wohnungen

Der „Neue Schützenhof“ in Jena-Nord war ein Bauvorhaben, das Jenawohnen zuletzt abgeschlossen hat. Ganz klar Geschosswohnungsbau.

Der „Neue Schützenhof“ in Jena-Nord war ein Bauvorhaben, das Jenawohnen zuletzt abgeschlossen hat. Ganz klar Geschosswohnungsbau.

Foto: Thomas Beier

Trotz der anhaltenden Wohnungsknappheit ist die Zahl der Genehmigungen für den Bau neuer Wohnungen in Jena zurückgegangen. Ein schlechtes Signal ist das aus Sicht der Stadt aber nicht unbedingt. „Die Zahl der Baugenehmigungen geht zwar zurück, die Zahl der Wohnungen pro Genehmigung steigt aber im Vergleich zum ersten Quartal des Vorjahres in Jena“, sagt Rathaussprecherin Roswitha Putz auf Zeitungsnachfrage. Sie hat die aktuellen Zahlen aus der Bauverwaltung zusammengetragen.

Der Anteil an Wohnungen in Mehrfamilienhäusern steigt demnach, die Zahl genehmigter Ein- und Zweifamilienhäuser geht anteilig zurück. Wurden im ersten Quartal des laufenden Jahres mit nur zehn Baugenehmigungen 99 Wohnungen mit insgesamt 5100 Quadratmetern Wohnfläche genehmigt, so ­waren es im gleichen Quartal des Vorjahres noch 22 Baugenehmigungen für 53 Wohnungen mit insgesamt 5300 Quadratmetern.

Jena läuft entgegen dem allgemeinen Trend

Ablesbar werde dieser Trend, so Roswitha Putz, auch im Vergleich der kompletten Jahre: Wurden im Jahr 2017 mit 72 Baugenehmigungen 194 Wohnungen mit insgesamt 18.100 Quadratmetern Wohnfläche genehmigt, waren es im vergangenen Jahr 92 Baugenehmigungen für 273 Wohnungen mit 28.200 Quadratmetern. Damit läuft Jena entgegen dem allgemeinen Trend. Deutschlandweit gab es in den ersten vier Monaten 2,2 Prozent mehr Einfamilienhäuser als im Vorjahreszeitraum.

Verwunderlich ist die Jenaer Eigenheimflaute nicht: Denn Baugrundstücke gibt es so viele wie Dampfschiffe auf der Saale. Die Grundstücksverkäufe am Hausberg als dem letzten größeren Baugebiet der Stadt wurden im Mai letzten Jahres abgeschlossen.

Aus der Stadtverwaltung heißt es: Beim Nichteigenheim-Wohnungsbau gibt es seit etwa zehn Jahren einen kontinuierlichen Zuwachs. Das werde deutlich bei der Betrachtung der Baufertigstellungen, die im Monitoring für den Bereich Wohnen regelmäßig durch das Dezernat für Stadtentwicklung und Umwelt veröffentlicht werden. Im mehrgeschossigen und auch im kleinteiligen Wohnungsbau liege Jena deutlich über den Durchschnittswerten für Thüringen und auch über denen für Erfurt.

Kriterien wie Einkommen oder Familiengröße sollen Rolle spielen

Bezugsgröße ist dafür die Zahl auf neu errichtete Wohnungen je 1000 Einwohner und Jahr. Wurden in den zurückliegenden drei Jahren in Thüringen durchschnittlich 0,48 Wohnungen in Mehrfamilienhäusern je 1000 Einwohner und Jahr fertig gestellt, so waren es in Jena 2,89 Wohnungen. Bei Einfamilienhäusern- und Zweifamilienhäusern lag der Wert für Thüringen bei 0,86 Wohnungen je 1000 Einwohner, in Jena bei 0,97.

Im Frühjahr hatte der Stadtrat den städtischen Immobilienbetrieb KIJ beauftragt, bei den 2020 zur Vermarktung anstehenden Reihenhaus-Parzellen im Baugebiet „An der Oelste“ Familien bevorzugt zu bedienen. Dazu soll es noch vor der Ausschreibung einen Kriterienkatalog geben. Anders als bisher soll beim Verkauf städtischer Grundstücke damit nicht automatisch der meistbietende Bewerber den Zuschlag bekommen. Kriterien wie Einkommen oder Familiengröße sollen eine Rolle spielen. Viele Kinder und ein geringes Einkommen würden die Chancen erhöhen, ein Eigenheim bauen zu können.

Beim Jenaer Immobiliendialog waren gestern Abend Branchenvertreter im Volksbad im Gespräch. Der Veranstalter bat um gestaffelte Eintrittsgelder zur Kostendeckung.

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