Zwangsversteigerung für Schloss Hummelshain wird vorbereitet

Hummelshain.  Ein Gläubiger will das Drama um das Jagdschloss in Hummelshain beenden und hat ein Verfahren vor dem Amtsgericht Jena beantragt.

Das Neue Schloss in Hummelshain wurde 1885 als Jagdschloss für Herzog Ernst I. von Sachsen-Altenburg fertiggestellt.

Das Neue Schloss in Hummelshain wurde 1885 als Jagdschloss für Herzog Ernst I. von Sachsen-Altenburg fertiggestellt.

Foto: Angelika Schimmel

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Das Neue Schloss in Hummelshain kommt womöglich noch vor Sommer unter den Hammer. Der Geldgeber, der vor zwei Jahren die vom Land Thüringen angedrohte Zwangsversteigerung abwenden konnte, indem er Eigentümer Lutz Rothe finanziell unter die Arme griff, wird nun selbst per Gericht tätig. Am Freitag ließ er durch Rothe das Schloss aufschließen, damit der Wert der Immobilie geschätzt werden kann und ein Gutachten für das Amtsgericht Jena erstellt werden kann, bestätigt der Unternehmer aus dem Weimarer Land, der weiter anonym bleiben will.

Der Geldgeber wendete Ende 2017 eine Versteigerung ab, indem er die letzten Raten für das Schloss an die Thüringer Landesentwicklungsgesellschaft (LEG) bezahlte. Insgesamt waren das über 500.000 Euro, die er seitdem nicht wiedererhalten hat. „Das Drama muss jetzt beendet werden“, sagt der Unternehmer.

Er rechnet noch im April oder Mai mit einem Versteigerungstermin vor dem Landgericht Jena. Neben mehreren ihm bekannten Interessenten wolle er selbst mitbieten. „Ich habe ein eigenes Konzept“, sagt er, ohne es näher auszuführen.

Warum aber vertraute er Lutz Rothe, der schon seit Jahren den Ruf eines windigen Investors hat, finanziell am Ende zu sein scheint und deswegen auch das 1998 erworbene Hummelshainer Schloss nie abzahlen konnte? Weil er ein Genie sei, von dessen wissenschaftlichen Ideen er noch überzeugt ist, antwortet er. So habe er Rothe, den er seit zehn Jahren kenne, schon mehrmals bei Projekten unterstützt.

Der Hummelshainer Schlossverein steht einer Zwangsversteigerung mit gemischten Gefühlen gegenüber. „Ein Spekulant oder ein Reichsbürger könnte zum Zuge kommen“, sagt Vorsitzender Rainer Hohberg. Zudem könnten die nächsten Bauabschnitte für die Dachsanierung und Trockenlegung gefährdet werden. Der Verein, der mit dem Eigentümer einen Bauherrenvertrag abgeschlossen hat, saniert seit zwei Jahren das Jagdschloss. Bund und Land haben dafür insgesamt 1,53 Millionen Euro Fördermittel zugesagt.

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