Justiz

Pößnecker Seniorenmord Fall für den Bundesgerichtshof

Pößneck.  Ziel ist ein milderes Urteil für den 78-jährigen Täter.

Rechtsanwalt Dr. Manfred Dahmen mit seinem 78-jährigen Mandanten während des Prozesses im Landgericht Gera.

Rechtsanwalt Dr. Manfred Dahmen mit seinem 78-jährigen Mandanten während des Prozesses im Landgericht Gera.

Foto: Tino Zippel

Das als „Seniorenmord“ bekannte Tötungsdelikt vom 24. Februar in Pößneck könnte den Bundesgerichtshof (BGH) beschäftigen. Rechtsanwalt Manfred Dahmen, Pflichtverteidiger des am Landgericht Gera wegen Mordes verurteilten 78-jährigen Pößneckers, bestätigte, dass er gemeinsam mit einem BGH-erfahrenen Kollegen Revision gegen das Urteil vom 10. September eingelegt habe.

Der 78-Jährige hatte einen 67-jährigen Nachbarn getötet, mit welchem er im Dauerclinch lag. Das Landgericht hielt mit seinem noch nicht rechtskräftigen Urteil eine Freiheitsstrafe von zehn Jahren für den Täter als angemessen.

„Wir wollen den Mordvorwurf zur Überprüfung stellen“, erklärte Dahmen. Aus seiner Sicht sei davon auszugehen, dass sein Mandant, der zur Tatzeit mehr als zwei Promille Alkohol im Blut hatte, den 67-Jährigen ohne Tötungsabsicht aufgesucht habe. Das Landgericht habe den Fall zwar sorgfältig aufgearbeitet, jedoch wichtige Details der Tatumstände „nicht ausreichend gewürdigt“. Im Idealfall soll sein Mandant nur wegen vorsätzlicher Körperverletzung mit Todesfolge verurteilt werden.

Um ein mildes Urteil für den 78-Jährigen zu erreichen, hatte es sogar eine Unterschriftensammlung in Pößneck gegeben – die knapp 100 Namen wurden während des Prozesses verlesen. Der Täter sitzt in der Justizvollzugsanstalt Hohenleuben in Untersuchungshaft. Die Fragen des Hinterbliebenengeldes für die Angehörigen des getöteten 67-Jährigen sollen einvernehmlich geklärt werden.

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