Bauvorhaben bis 2023

Im Edelhof in Oschitz entstehen zehn Wohnungen

Schleiz-Oschitz.  Eigentümer Maik Köhler saniert im Schleizer Ortsteil ein denkmalgeschütztes Haus. Zum vierten Mal wird ein Adventsausklang im Garten stattfinden.

Inhaber Maik Köhler in einem vor der Sanierung stehenden Gewölbezimmer im Erdgeschoss. Der Edelhof in Oschitz wird grundhaft saniert.

Inhaber Maik Köhler in einem vor der Sanierung stehenden Gewölbezimmer im Erdgeschoss. Der Edelhof in Oschitz wird grundhaft saniert.

Foto: Peter Cissek

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Der Edelhof soll wieder eine Zierde des Schleizer Ortsteils Oschitz werden. Eigentümer Maik Köhler saniert das denkmalgeschützte Gebäude und will - wenn alles gut geht - bis zum Jahr 2023 zehn Wohnungen schaffen. Die ersten drei sind bereits bezogen.

Maik Köhler wohnt gleich in der Nachbarschaft und hatte schon immer ein Auge auf das 1704 erbaute Herrenhaus geworfen. „Meine Mutti, Großmutter und Urgroßmutter sind in diesem Haus groß geworden“, erklärt der 49-Jährige seine persönliche Beziehung zum Edelhof, dessen heute vorhandener ältester Gebäudeteil bereits um 1671 errichtet wurde. Nach Jahren des Leerstandes habe er 2016 den Edelhof von der Tochter eines 2010 verstorbenen Mannes aus Hessen erworben, der das einstige Wohnanwesen eines Edelmannes im Jahr 2003 bei einer Immobilienauktion ersteigert hatte und sanieren wollte. „Vor dem Kauf habe ich mir den Schlüssel geben lassen und mir drei Monate Bedenkzeit erbeten. In dieser Zeit habe ich mir das Haus immer wieder angesehen. Es handelt sich um eine solide Bausubstanz. Hier haben seinerzeit Adlige gebaut. Wenn man im Kreuzgewölbe-Zimmer im Erdgeschoss steht, hört man nichts davon, wenn in der Etage darüber getanzt werden sollte“, sagte Maik Köhler.

Das Dach der Dreiseitenhofes wurde in diesem Jahr mit Naturschiefer gedeckt. Zuvor hatte Köhler in den Seitenflügeln des Gebäudes mit dem schrittweisen Ausbau begonnen. Fünf der zehn Wohnungen, die zwischen 60 und 160 Quadratmeter groß sein werden, erhalten einen separaten Eingang. „Mit diesen Wohnungen fange ich an“, sagte der Zimmermeister, der sich nun ausschließlich auf Eigenleistungen im Edelhof konzentriert. „Ich habe hier eine 60-Stunden-Woche und versuche etwa 80 Prozent der Handwerksleistungen mit Herzblut selbst auszuführen, außer Spezialarbeiten wie Dachdecken und Fassadenputzen“, erklärt der Liebhaber alter Häuser. Maik Köhler geht davon aus, dass er die insgesamt 1060 Quadratmeter künftige Wohnfläche auf diese Weise kostengünstiger sanieren kann. Um sein Vorhaben kofinanzieren zu können, habe er bereits knapp die Hälfte der Fläche als Eigentumswohnungen verkauft. Die anderen Wohnungen will er selbst vermieten. Erfahrungen habe er bei der Sanierung einer 560 Quadratmeter großen einstigen Fabrikantenvilla in Hirschberg gesammelt.

Wohnungen im Obergeschoss erhalten Galerie

„Ich habe jahrelang im Wohnblock am Oelschweg gewohnt. Das hier ist ein anderes Wohnen. Mir gefällt hier alles, das ist ein ganz anderes Wohnklima. Und ich habe einen kleinen Garten“, sagte Jörgen Egner (71), Mieter einer Wohnung im nördlichen Seitenflügel.

Eine andere fertiggestellte Wohnung im Erdgeschoss ist 160 Quadratmeter groß und verfügt über ein Kaminzimmer, einen Weinkeller und eine eigene Sauna. Bis März 2020 werde die nächste Wohnung im Erdgeschoss bezugsfertig.

Jede Wohnung werde anders sein. Die drei Wohnungen im Obergeschoss sollen je eine Galerie erhalten. Das Haus soll mit Erdgas beheizt werden. Je nach räumlicher Voraussetzung werde es Flächenheizungen oder Heizkörper geben. Außerdem sollen in jeder Wohnung Kaminanschlüsse geschaffen werden, damit diese wahlweise mit einem Kamin oder Kaminofen ausgestattet werden könne“, sagte Maik Köhler. Jede Wohnung werde entweder einen Garten oder Balkon zum Innenhof erhalten. Außerdem werde ein Gemeinschaftsgarten geschaffen.

Köhler will in dem Haus mit über 40 Räumen weitestgehend Originalfußböden und Innentüren aufarbeiten und erhalten. In Absprache mit der Denkmalschutzbehörde lasse er Holzfenster anfertigen, so auch 36 große Hauptfenster. „Ich finde es schade, dass es seitens der Behörden niemanden gibt, der mir Fördermöglichkeiten aufzeigen kann“, sagte Köhler.

Die Fassade des Gebäudes mit 80 Zentimeter dicken Wänden aus massivem Kalkstein soll einen hellgrauen Putz mit farblich abgesetzten Zierelementen um die Fenster wie bereits an der Ostseite erhalten.

Der einst von der Familie von Kospoth errichtete Edelhof wurde 1798 an die Reußen verkauft und diente nach dem Brand 1837 in Schleiz der Fürstin Mutter Caroline über fünf Jahre als Witwensitz. Unter den Oschitzern, die regelmäßig durch den Hof spazieren, sei das Gebäude sehr beliebt. Maik Köhler will am 21. Dezember um 17 Uhr bereits zum vierten Mal einen Adventsausklang im weihnachtlich gestalteten Ost-Garten veranstalten, zu dem in den vergangenen Jahren zwischen 200 und 250 Besucher kamen.

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