Saalfelderin fürchtet, ihr Kater „Tiger“ stirbt an Mäusegift

Saalfeld.  Landete Mäusegift im Katzenmagen? Laut Anne Beate Berghäuser sprechen die Indizien dafür, dass ihr Kater Gift gefressen hat.

Die Saalfelder Ärztin Anne Beate Berghäuser ist sich sicher, dass ihr Kater "Tiger" durch Giftköder vergiftet wurde, die gegen Mäuse ausgelegt wurden.

Die Saalfelder Ärztin Anne Beate Berghäuser ist sich sicher, dass ihr Kater "Tiger" durch Giftköder vergiftet wurde, die gegen Mäuse ausgelegt wurden.

Foto: Guido Berg / OTZ

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Sein Fell ist struppig, sein Blick matt: Der Kater der Saalfelder Ärztin Anne Beate Berghäuser ist stark abgemagert. „Tiger“, wie er benannt wurde wegen der einst so markanten Fellfärbung, wird wohl sterben. Bereits vor Weihnachten hat er aufgehört zu fressen, seit Donnerstag trinkt er auch nicht mehr. Anne Beate Berghäuser hat den Verdacht, dass „Tiger“ durch Giftköder vergiftet wurde, die gegen Mäuse ausgelegt wurden, die derzeit dank des milden Wetters sehr aktiv sind.

Die Saalfelderin glaubt: „Die Leute gehen zu leichtsinnig mit Gift um“

Die Tierärztin habe das Blut ihres Katers untersuchen lassen und das Ergebnis sei ein starkes Indiz für eine Vergiftung: Es seien keine Anzeichen für einen Infekt feststellbar. Dafür aber gebe es Hinweise für eine Herzmuskelschwäche - aus Sicht der Saalfelderin ist das ungewöhnlich für ein elfjähriges Tier.

Seit einer Woche weiß Anne Beate Berghäuser, „dass es nichts mehr wird“. Ihr Kater wird sterben, damit muss sie sich abfinden, wenn es auch schwer fällt. „Er schläft die meiste Zeit, ich lasse ihn bei uns zu Hause“, sagt Anne Beate Berghäuser. „Tiger“ solle da sterben, wo er auch geboren ist. Sollte er Schmerzen bekommen, werde sie ihn zu ihrer Tierärztin geben, damit er die erlösende Spritze bekommt.

„Mein Kater ist ein guter Mäusejäger“

Anne Beate Berghäuser glaubt, dass „Tiger“ eine Maus gefressen hat, die vorher Mäusegift aufgenommen hat. „Mein Kater ist ein guter Mäusejäger.“ Eine Patientin von ihr berichtet, dass in Kleingarten-Sparten Mäusegift ausgelegt werde. Sollte das so sein, fände Anne Beate Berghäuser das widersinnig, schließlich würden auch zahlreiche Wildtiere durch dieses Gift getötet, die zu den natürlichen Fressfeinden von Mäusen zählen - Füchse, Marder, Hermeline oder auch Greifvögel wie Bussarde, Habichte oder Falken.

Für die Ärztin ist „es wichtig, mit der Umwelt zu leben und nicht gegen sie“. Alles, „was wir Menschen in die Umwelt hineingeben, kommt auch zu den Menschen zurück“. Dieser Ansicht ist auch Katja Demmig, die in drei Tierschutzvereinen im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt aktives Mitglied ist. Vom Menschen ausgelegte Gifte kämen irgendwann wieder zu ihm zurück, es ist „ein Endloskreislauf“. Sie wisse, dass Agrarbetriebe mit Giften arbeiteten, aber auch Einzelpersonen. „Die Leute gehen zu leichtsinnig mit Gift um“, findet sie. Auch Mäuse hätten „ihren Sinn und Zweck im Ökosystem“.

„Wir sind ja Naturliebhaber!“

Dass es Kleingärtner sind, die Giftköder auslegen, glaubt der Vorsitzende des Saalfelder Regionalverbandes der Gartenfreunde indes nicht. Siegfried Polzin reagiert in diesem Punkt sogar recht entschieden: „Das macht man nicht!“ Er kenne Gartenfreunde, die sich Katzen halten, um Mäuse fern zu halten. Seine eigene Katze wisse freilich nicht, was das ist, eine Maus. Es möge auch Gartenbesitzer geben, die Mäusefallen aufstellen. Aber Gift? Ganz sicher nicht. Auch die Rudolstädter Kleingartennutzerin Carina Vogel spricht sich gegen jede Giftverwendung aus: „Wir sind ja Naturliebhaber!“

Vergiftungen bei Tieren sind bei ihm nicht vorgekommen in den letzten Wochen und Monaten, berichtet der Rudolstädter Tierarzt Reinhard Wiegand. Zur Möglichkeit einer Mäuseplage wegen des milden Winters sagt der Tierarzt, Hausmäuse seien wetterunabhängig, Feldmäuse jedoch, oder auch Wühlmäuse genannt, profitierten schon von diesem ungewöhnlich warmen Januar. Und ja, er habe mal vor Jahren davon gelesen, dass gegen Wühlmäuse mit Giften vorgegangen wird. „Aber ob das wieder praktiziert wird, weiß ich nicht“, erklärt Reinhard Wiegand. Zu DDR-Zeiten sei Cumarin eingesetzt worden, was eine blutgerinnungshemmende Wirkung habe und da seien bisweilen auch Katzen auf seinem Arzttisch gelandet, die eine mit Gift „angetötete Maus“ verzehrt hatten. Heute sei das Spektrum der „legalen und halblegalen Gifte“ weitaus höher und der labortechnische Nachweis „ein teures Unterfangen“.

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