Beim TC submarin Pößneck schwimmen sie derzeit im Trockenen

Pößneck.  Keine Wettkämpfe mehr für den TC submarin Pößneck in 2020. Auch der Löwenpokal im Unterwasserrugby wurde abgesagt

So sieht es normalerweise aus beim Finswimming. (Archivfoto)

So sieht es normalerweise aus beim Finswimming. (Archivfoto)

Foto: Sascha Fromm

Ansteckungsgefahr unter Wasser? Anscheinend schon. Und so müssen derzeit auch die Schwimm- und Tauchexperten vom Tauchsportclub (TC) submarin Pößneck ruhen – das bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr.

„Anfang September konnten wir zum ersten Mal seit Februar mit der Jugend wieder trainieren. Im Stadtbad, auf zwei Bahnen, mehr ist aufgrund des einzuhaltenden Hygienekonzeptes nicht möglich“, so Karin Diethmann-Trunk. Sie ist seit 1978 neben dem langjährigen Vorsitzenden Rainer Mohorn quasi Mädchen für alles.

Die ehemalige Landes- und Bundesjugendtrainerin hat im Laufe der vergangenen Jahrzehnte Hunderten Kindern das Schwimmen und Flossenschwimmen beigebracht, war selbst zu ihrer aktiven Zeit eine sehr passable Schwimmerin. Mit der Verjüngung und Neustrukturierung des TC-Vorstandes im Juli 2020 wollte sich Diethmann-Trunk eigentlich Stück für Stück zurücknehmen, die Aufgaben nach und nach abgeben.

Fast alle Wettkämpfe fielen aus

„Manchmal bin ich schon sehr dominant, ohne es zu wollen. Mit dem neuen Vorstand wird alles etwas anders werden und anders ist ja nicht schlecht“, sagt die einstige Grundschullehrerin, die von den jungen und älteren Vereinsmitgliedern geschätzt und respektiert wird.

Sie liebt den Sport, den Verein, und kommt mehrfach die Woche zu den Trainingseinheiten aus Saalfeld angereist. Dieses Jahr waren es coronabedingt deutlich weniger Fahrten, viele Trainings und Wettkämpfe fielen sprichwörtlich ins Wasser.

„Im August konnten wir mit 25 Teilnehmern noch eine gemeinsame Kanutour an der Havel machen. In Ilmenau beim Sommerwettkampf waren wir auch dabei, in Zelten und leider wegen des Hygienekonzeptes ohne Siegerehrungen. Doch danach war nicht mehr viel“, sagt die Trainerin. Offene Hessenmeisterschaft, Trophy in Darmstadt, Rheinwellepokal, Internationaler Pokal in Rostock und mehr: Es hagelte Absagen, ein gebeuteltes Jahr für die Jugend im Verein.

Gruppenstärken derzeit ausgeschöpft

Und von dieser hat der TC viel, fast zu viel unter den momentanen Umständen, sagt Karin Diethmann-Trunk: „Unsere Hallenzeiten und Übungsleiter reichen derzeit nicht aus, um allen Kindern gerecht zu werden. Die festgelegten Gruppenstärken in Coronazeiten sind maximal ausgelastet, einige Schwimmer stehen auf der Nachrückerliste.“

Ein Luxusproblem, aber eben ein Problem, sodass Neuanmeldungen beim einzigen Tauchsportclub der Region derzeit zwecklos sind.

Wann es in puncto Flossenschwimmen wieder zu Wettkämpfen kommen kann, wisse man nicht – auch nicht, wann es mit dem Training weitergeht.

Die Solidarität der Vereinsmitglieder stimmt, sagt Diethmann-Trunk: „Toll, dass Kinder und Eltern in diesen schweren Zeiten soziale Bindung für den Verein zeigen. Dennoch ist die Sehnsucht nach Sport, dem Wasser, dem Schwimmen und Tauchen sehr groß“.

Zweite Bundesliga ruht

Ähnliches gilt für die Unterwasserrugby-Spieler, ein weiteres Aushängeschild beim TC submarin. Normal starten diese in der 2. Bundesliga Süd, messen sich im Jahresverlauf mit Teams aus Berlin, Bayern oder Nordrhein-Westfalen.

Doch Turniere sind auch hier momentan nicht möglich, in keiner Schwimmhalle wäre der notwendige Abstand hinsichtlich der Kontaktbeschränkung garantiert. Noch vor ein paar Wochen hoffte man, den vereinseigenen Löwenpokal am 5. Dezember durchführen zu können. Auch dieser wurde inzwischen abgesagt.

Den Einstand in die Vereinsarbeit hat sich der neue Vorstand sicher anders vorgestellt, aber mit all seinen Problemen steht der Verein nicht alleine da. So wie Karin Diethmann-Trunk hoffen alle, dass das Miteinander nicht verloren geht. „Gut Nass“, wie es vor Wettkämpfen heißt – man würde es den Mitgliedern im TC submarin Pößneck wünschen.