Corona stoppt Frauenprießnitzer Höhenflug

Frauenprießnitz.  Beim Fußball-Kreisligisten SV Frauenprießnitz hofft Trainer Sven Döring zumindest auf eine voll absolvierte Hinrunde

Sven Döring Trainer des SV Frauenprießnitz

Sven Döring Trainer des SV Frauenprießnitz

Foto: Jens Henning

Für die Fußballer des SV Frauenprießnitz kam die Corona-Zwangspause zum ungünstigsten Zeitpunkt.

„Absolut. Wir waren bis zu dieser Pause ganz gut drauf. Wir haben fleißig gepunktet. Vor allem der 4:3-Sieg in Stadtroda war bemerkenswert“, sagte Trainer Sven Döring. Auf Platz vier steht seine Mannschaft in der Tabelle der Kreisliga, Staffel A.

Die Aussagekraft der Tabelle ist gering, da die Mannschaften unterschiedlich viele Spiele absolviert werden. Die Frauenprießnitzer haben die meisten mit acht Partien. Liga-Kontrahent SV Jenapharm Jena hat erst fünfmal gespielt. Döring, seit Sommer 2018 Trainer in Frauenprießnitz, ist dennoch zufrieden mit der Ausbeute von zwölf Punkten. „Wenn man die ersten zwei Partien wegnimmt, lief es ordentlich.“

Am ersten Spieltag verlor der SVF daheim gegen den SC Empor Mörsdorf (1:4), im zweiten Spiel gab es ein 2:2 gegen den FC Thüringen Jena II. Döring nannte den Hauptgrund für die magere Ausbeute zum Saisoneinstieg. „Wir konnten zwar trainieren, aber wir konnten weder das Vereinshaus noch die Vereinskneipe nutzen. Das hat viele Spieler abgeschreckt, überhaupt zum Training zu kommen.“

Das Fernbleiben konnte Döring seinen Spielern noch nicht einmal übel nehmen. „Sind wir doch mal ehrlich. So ehrgeizig jeder Spieler auch ist. In der Kreisliga zählt auch die Zeit nach dem Training und nach dem Spiel. Das Zusammensein in der Kabine oder bei einer Flasche Bier danach, das macht doch das Hobby aus. Wenn das nicht möglich ist, zieht man halt mal andere Dinge vor oder hat plötzlich andere Dinge zu tun“, sagte Döring.

Den wichtigsten Punkt für das gute sportliche Abschneiden wollte Döring nicht verhehlen. „Wir sind diesmal von Verletzungen verschont geblieben.“ Das war in der Vorsaison 2019/20 ganz anders. „Das war damals einfach nur nervig. Ich könnte die Namen der Spieler jetzt nennen. Es verging kaum ein Spiel, wo wir keinem verletzten Spieler hatten“, sagte Döring.

Mittwochspiele kaum machbar

Wie es mit der aktuellen Saison weitergeht, darauf hatte der Trainer auch keine Antwort. „Irgendwie sollte man versuchen, wenigstens die Hinrunde zu spielen. Dann könnte man auch die Saison werten mit Auf- und Absteigern. Dass wir eine komplette Saison spielen werden, kann ich mir nicht vorstellen. Im November sind ja schon einige Spieltage ausgefallen. Wann will man die nachholen? In der Woche ist das kaum machbar. Ich kann mir nicht vorstellen, dass man in der Kreisliga an einem Mittwochabend spielen kann. Da haben viele Mannschaften Probleme, überhaupt ein spielfähiges Team auf die Beine zu stellen. Wir gehören auch dazu.“

Über mehr als Kreisliga-Fußball spricht in Frauenprießnitz niemand. „Wir haben mittlerweile einen Altersdurchschnitt von 30 Jahren. Da kann es schnell passieren, dass der eine oder andere Spieler zum zweiten Mal Vater wird und dann verschieben sich die Prioritäten“, sagte Döring.