FC Carl Zeiss Jena: Ein Schwabe ohne Tor-Geiz

Jena.  Jenas neuer Mittelstürmer Fabian Eisele spricht über Dinosaurier, Gomez, Tennis und Café-Besuche.

Fabian Eisele in Aktion beim Test gegen Zwickau (rechts Ali Odabas).

Fabian Eisele in Aktion beim Test gegen Zwickau (rechts Ali Odabas).

Foto: Frank Steinhorst

Nein, wie ein Dinosaurier fühle er sich nicht. Das sagt Jenas neuer Mittelstürmer Fabian Eisele über seine Position, die von vielen Trainern heute gar nicht mehr besetzt wird. Dirk Kunert hingegen suchte einen kompakten, kopfballstarken Stürmer mit Torinstinkt für sein Ensemble beim FC Carl Zeiss. Seit dem Sommer warben die Thüringer um den 25-Jährigen, der sich aber zunächst für den hessischen Regionalligisten Steinbach Haiger entschied. Eine Wahl, die Eisele jetzt korrigierte. „Es hat dort nicht gepasst. In Jena will ich wieder Einsatzzeiten“, sagt der 1,83 Meter große Angreifer.

Tor-Druck macht sich Eisele in Jena nicht. „Ich habe keine Trefferzahl versprochen, aber ich will das Bestmögliche versuchen. Wichtig ist, dass wir als Team erfolgreich sind“, so der gebürtige Bad Cannstätter. Geizig sei er nicht, vor allem bei den Toren. „Ich habe ein gesundes Maß an schwäbischer Sparsamkeit, drehe den Euro aber auch nicht dreimal rum“, sagt Eisele.

Mario Gomez als Vorbild

Seine Fußballerkarriere begann in Stuttgart, wo Eisele beim VfB als vielversprechendes Talent galt. „Damals war Mario Gomez mein Vorbild. Auch heute orientiere ich mich an seiner Spielweise – technisch gut, beweglich und torgefährlich im Zentrum“, sagt Eisele, der als Stürmer aber auch nach hinten arbeitet. „Anders geht es heute nicht.“

Eisele schaffte es bis in die zweite Mannschaft des VfB, als sich die U 23 von Hertha BSC für den Angreifer interessierte. „Berlin, das war schon weit weg von zuhause. Aber die Stadt ist einfach toll. Ich wohnte nur zwei Minuten vom Kudamm. Nach zwei guten Jahren rief mit dem FSV Zwickau ein Drittligist. Ein Jahr später landete Eisele in Saarbrücken, wo er die bisherigen Highlights seiner Fußballer-Karriere erlebte. „Drittliga-Aufstieg und DFB-Pokal-Halbfinale, mehr geht eigentlich nicht. Nach den Siegen über Karlsruhe und Düsseldorf haben wir die Nächte gut gefeiert“, erinnert sich Eisele an das Unvergessliche.

Und doch musste er bei den Saarländern gehen. „Mein Vertrag lief aus. Ich hatte zwar fast alle Spiele gemacht, doch durch die Corona-Krise fehlten mir ein paar für eine Verlängerung. Zudem passte ich wohl nicht mehr ins Konzept. Aber ich kann kein schlechtes Wort über Trainer Lukas Kwasniok sagen“, so Eisele.

Regionalliga für Eisele keine Enttäuschung

Dass er nun weiter in der Regionalliga spielt, ist für Eisele keine Enttäuschung. „Ich glaube, ich kann mich und meine Leistungsfähigkeit richtig einschätzen. Die liegt zwischen dritter und vierter Liga“, sagt der bescheidene Schwabe. Was nicht heißt, dass es Eisele auf dem Platz auch mal krachen lässt. Beim ersten Test gegen seinen alten Verein FSV Zwickau agierte der Mittelstürmer bis zur Auswechslung stets gefährlich. „Das war ein sehr gutes Spiel von uns. Ich habe schon viel Qualität in den wenigen Einheiten mit der Mannschaft gesehen“, sagt Eisele.

Über den sofortigen Wiederaufstieg will er nicht reden. „Da sollte man keine große Klappe haben. Neun Punkte Vorsprung von Viktoria Berlin sind schon viel. Aber vielleicht brechen sie ja auch noch mal ein. Dann müssen wir da sein. Wir sollten sehen, dass wir unsere Spiele jetzt ziehen“, sagt er.

Auf der Suche nach einem Tennispartner

Zunächst aber hat der passionierte Tennisspieler („Ein Platz ist ja gleich neben dem Stadion. Ich suche nun nur noch einen Partner“) das lange Wochenende frei. Zuhause in Stuttgart wird er seiner Freundin und der Familie über die ersten guten Eindrücke in Jena berichten. „Sie kommt dann nach Thüringen, wenn ich eine Wohnung gefunden habe“, sagt Eisele, der als Hobby Café-Besuche nennt. Bis dahin wird er in der Saalestadt wohl auch sein Lieblingslokal gefunden haben.