FC Carl Zeiss Jena erleidet weitere Niederlage vor DFB-Gericht

Jena.  Der Fußball-Drittligist wehrt sich gegen die Zahlung von Pyrostrafen und prüft, vor ein ordentliches Gericht zu ziehen. Wie stehen die Chancen?

Der FC Carl Zeiss Jena hat erfolglos gegen Strafzahlungen nach dem Einsatz von Pyrotechnik in der Südkurve geklagt.

Der FC Carl Zeiss Jena hat erfolglos gegen Strafzahlungen nach dem Einsatz von Pyrotechnik in der Südkurve geklagt.

Foto: Tino Zippel

Der FC Carl Zeiss Jena hat das Verfahren vor dem verbandseigenen Schiedsgericht gegen den Deutschen Fußball-Bund verloren. Geschäftsführer Chris Förster bestätigt, dass in der vergangenen Nacht zum Donnerstag das Urteil beim Drittligisten eingegangen ist.

Demnach hat das Schiedsgericht die Klage der Jenaer abgewiesen. Im Streit geht es um die Zahlung von Strafen, nachdem Fans des FC Carl Zeiss Jena im Stadion Pyrotechnik gezündet hatten. Der Fußballclub beruft sich dabei auf den Rechtsgrundsatz „Keine Strafe ohne Schuld“, der durch Verbandsregelungen im Paragraf 9a der Rechts- und Verfahrensordnung ausgehebelt werde. Dieser sieht vor, dass Vereine für das Verhalten ihrer Zuschauer haften müssen.

„Wir hatten mit diesem Resultat vor dem verbandseigenen Schiedsgericht gerechnet“, sagt Förster. In der mündlichen Verhandlung vor einigen Wochen hatte der DFB einen vom Gericht vorgeschlagenen Vergleich abgelehnt.

Mit dem nun vorliegenden Urteil ist der Instanzenweg innerhalb der DFB-Gerichtsbarkeit durchschritten. Als weitere Möglichkeit bleibt nur, vor einem ordentlichen Gericht Klage gegen die Verbandsentscheidung zu erheben. „Wir gehen weiter davon aus, dass der Grundsatz ‘Keine Strafe ohne Schuld’ gilt und sich auch Verbände in diesem Rechtsrahmen bewegen müssen“, sagt Förster. Allerdings habe der Club noch nicht entschieden, ob er diesen Weg gehen möchte, zumal erhebliche Verfahrenskosten zu tragen sind.

In den nächsten Wochen wollen die Jenaer entscheiden, ob sie weiter für ein Grundsatzurteil kämpfen, das unterm Strich auf alle Fußballvereine Auswirkungen hat. Inzwischen steht eine sehr hohe Summe auf dem Spiel. Wegen Fehlverhalten der Fans sollen die Jenaer für die vergangene und diese Spielzeit über 70.000 Euro zahlen. Der DFB hat das Geld vorsorglich aus dem Fernsehgeld einbehalten. Weitere Strafen aus den Partien gegen den KFC Uerdingen und den Halleschen FC sind noch nicht eingerechnet.

Die Jenaer Führung beruft sich darauf, dass das Einschmuggeln von Pyrotechnik ins Stadion trotz scharfer Kontrollen nicht zu verhindern sei. Auch bei Spielen unter Regie des DFB brannten Bengalos.

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