Früherer Aufsichtsratschef Töpel des FC Carl Zeiss Jena ist tot

Jena.  Speditionschef Reinhardt Töpel stand dem Führungsgremium für sieben Jahre vor. Nun gingen gleich mehrere traurige Nachrichten ein.

Unternehmer mit klarer Kante: Reinhardt Töpel

Unternehmer mit klarer Kante: Reinhardt Töpel

Foto: Tino Zippel / OTZ

Der frühere Aufsichtsratschef des FC Carl Zeiss Jena, Reinhardt Töpel, ist tot. Er wurde 70 Jahre alt. Töpel stand von 2009 bis 2016 an der Spitze des Vereinsgremiums.

Der Geschäftsführer der in Zossen bei Berlin ansässigen Spedition Reico sei überraschend gestorben, betätigte die Insolvenzverwaltung von Torben Ottmar Herbold Informationen unserer Zeitung. Das Amtsgericht Potsdam hatte Herbold erst am Freitag, 22. November, als vorläufigen Insolvenzverwalter für die Reico Spedition bestellt. Wenige Tage später, am Anfang der letzten November-Woche ging die Todesnachricht ein.

Jenaer Fußballfans wird Töpel in Erinnerung bleiben. Die Mitglieder hatten den promovierten Agrarwissenschaftler im Jahr 2007 in den Aufsichtsrat des Vereins gewählt. Im Jahr 2010 stieg er als Hauptsponsor beim Fußball-Drittligisten ein, investierte über drei Spielzeiten jeweils 300.000 Euro.

Klare Kante und markige Sprüche

Damals begründete er sein Engagement damit, dass sein aus Langenorla (Saale-Orla-Kreis) stammender Vater leidenschaftlicher Zeiss-Fan gewesen sei. Er habe auf der alten Holztribüne in der ersten Reihe gesessen. „Am Sterbebett bat er mich, den FC Carl Zeiss zu unterstützen“, sagte der Unternehmer damals.

Töpel fiel immer durch klare Kante und markige Sprüche auf, so auch in der denkwürdigen Pressekonferenz zur Vorstellung der neuen Trikots. In der würdigte er den aus seiner Sicht großen Einsatz des damaligen Präsidenten Hartmut Beyer mit den Worten: „Der arbeitet wie eine Hafennutte.“ Klare Worte wählte er auch bei den Mitgliederversammlungen, wenn er seinen Bericht als Aufsichtsratschef präsentierte. Nach den Wahlen im Jahr 2016 gehörte er dem Gremium nicht mehr an.

Berka: Sind zu großem Dank verpflichtet

„Wir als FC Carl Zeiss Jena sind ihm zu großem Dank verpflichtet“, sagt Präsident Klaus Berka. „Er war ein sehr guter Sponsor, hat dynamisch und beherrschend den Aufsichtsrat geführt, war sehr entscheidungsfreudig und hat seinen Standpunkt in unnachahmlicher Art zum Ausdruck gebracht.“

Zu Töpels Logistikgruppe gehörten 2010 nach eigenen Angaben fünf Unternehmen mit 1100 Mitarbeitern. Den Jahresumsatz bezifferte er auf 130 bis 150 Millionen Euro. Zuletzt kam seine Spedition in wirtschaftlich schwieriges Fahrwasser. Aktuell verfügt das Unternehmen über etwa 150 Fahrzeuge. Der Geschäftsbetrieb läuft normal weiter. Der Insolvenzverwalter sucht einen Investor.

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