Geraer Frank-Thomas Seyfarth bekam fünfmal den Silbernen Federball

Gera.  Unvergessene Momente: Frank-Thomas Seyfarth einer der besten DDR-Badminton-Spieler

Fünfmal gewinnt der 67-jährige Geraer Frank-Thomas Seyfarth allein das Turnier um den Silbernen Federball in Dresden.

Fünfmal gewinnt der 67-jährige Geraer Frank-Thomas Seyfarth allein das Turnier um den Silbernen Federball in Dresden.

Foto: Jens Lohse

Frank-Thomas Seyfarth ist der erfolgreichste Geraer Badmintonspieler. Seinen größten Erfolg verbuchte der heute 67-Jährige 1984, als er sich bei den DDR-Meisterschaften im Herren-Doppel mit dem Tröbitzer Jens Scheithauer den Titel sicherte. Dabei hatte der Geraer wie viele Jungen in seinem Alter erst einmal mit Fußballspielen begonnen, jagte mit Udo Korn bei den Schülern von Wismut Gera dem runden Leder nach. Mit 14 Jahren zog es ihn aber zum Federball.

„Ich war begeistert davon, wie man mit Technik und Intelligenz gewinnen kann. Das hat mich fasziniert. Außerdem war ich recht erfolgreich und schaffte es in meiner Altersklasse schnell in die DDR-Spitze“, erinnert sich Frank-Thomas Seyfarth.

Mit 17 spielte er für Jena in der DDR-Liga, was ihm während des Armee-Dienstes auch im brandenburgischen Kirchmöser vergönnt war. Nach Gera zurückgekehrt, schaffte er es bei der DDR-Meisterschaft bis ins Viertelfinale, weshalb die BSG Fortschritt Tröbitz – damaligen Federball-Hochburg in Brandenburg – auf den jungen Geraer aufmerksam wurde. „Als sich die Chance zum Wechsel ergab, habe ich sie genutzt. Drei Jahre habe ich dort mit DDR-Meistern in der Mannschaft trainiert und in dieser Zeit viel gelernt. 1977 habe ich es dann selbst in die Nationalmannschaft geschafft.“

Für Tröbitz holte er 24 Medaillen bei DDR-Meisterschaften. Allein zehnmal – fünfmal Silber und fünfmal Bronze – stand er mit der Fortschritt-Mannschaft auf dem Treppchen, wobei es allerdings nie gelang, den Abonnement-Titelträger Einheit Greifswald zu bezwingen.

Im Herren-Einzel wurde er zwischen 1980 und 1985 sechsmal Dritter. „An den Michalowsky-Zwillingen Edgar und Erfried bin ich aber zumindest bei Meisterschaften nie vorbei gekommen“, sagt der Geraer, der 1984 Gold im Herren-Doppel gewann. Auch im gemischten Doppel holte Frank-Thomas Seyfarth 1980 mit Ilona Michalowsky (3.) und 1982 mit Christine Ober (3.) Edelmetall.

Sogar bei internationalen Turnieren trat Seyfarth in Erscheinung. Allerdings hatten die DDR-Sportoberen dem Badminton die große Förderung gestrichen, weil die Sportart nicht olympisch war. So musste man sich auf fünf Einsätze pro Jahr bei internationalen Turnieren in Budapest, Prag, Kosice, Moskau, Sofia oder Warschau konzentrieren.

Auch dort machte sich Frank-Thomas Seyfarth einen Namen. „Die schönsten Turniere waren aber die um den Silbernen Federball in Dresden. Fünfmal konnte ich im Herren-Einzel gewinnen. Das vergesse ich nicht.“

Von Staatssicherheit abgehört

Mit der Greifswalderin Birgit Kämmer, der Mutter der Kroos-Brüder, spielte er zeitweise im Mixed zusammen. Von besonderer Bedeutung war das Turnier von Warschau, weil dort einige westeuropäische Stars und auch die Chinesen mit von der Partie waren. Ein von der Staatssicherheit abgehörtes Gespräch mit einem westdeutschen Akteur wurde dem Geraer Ende 1984 zum Verhängnis. Seine Nationalmannschaftslaufbahn war damit beendet.

„Aus Wut und Enttäuschung habe ich alle Zelte beim Badminton abgebrochen, zwei Jahre Pause gemacht und auch nicht abtrainiert, was später zu Herzproblemen und einer Hüftoperation führte“, sagt Frank-Thomas Seyfarth, der 1988 – bereits für Lok Gera aktiv – nochmals Bronze im Herren-Doppel bei der DDR-Meisterschaft holte.

Immer mehr widmete er sich in seiner Heimatstadt dem Nachwuchs, brachte mit seiner Tochter Sandra Seyfarth, Karin Brestrich und Kathrin Rost auch drei DDR-Meister in den Altersklassen hervor. „Das war eine schöne Zeit, für die ich heute noch sehr dankbar bin“, sagt Frank-Thomas Seyfarth, der 1990 als Thüringer Nummer eins nach Suhl wechselte.

Heute ist der Geraer auch immer wieder bei den Spielen von OTG 1902 Gera in der Regionalliga in der Panndorfhalle vor Ort. „Ich habe die Entwicklung dort begleitet und auch die Trainer-Laufbahn von Karsten Besser eingeleitet. Es ist schön zu sehen, wie die Badminton-Tradition in Gera fortgesetzt wird.“

Selbst hat er sich mehr dem Tennis verschrieben und ist seit einigen Jahren Präsident des TC 90.