Geraer Oskar Schmidt ist Chronomeister über 3000 Meter

Gera.  Speedskating: Der 15-jährige Geraer Oskar Schmidt holt mit einem Druckverband am Oberschenkel Gold bei der Chrono-DM über 3000 Meter

Oskar Schmidt vom RSV Blau-Weiß Gera holt bei der Chrono-DM in Groß-Gerau über 3000 m der Jugend den Titel.

Oskar Schmidt vom RSV Blau-Weiß Gera holt bei der Chrono-DM in Groß-Gerau über 3000 m der Jugend den Titel.

Foto: Jens Lohse

Nach zweiten Plätzen in den beiden Vorjahren hatte sich Oskar Schmidt vom RSV Blau-Weiß Gera unbedingt vorgenommen, bei den Deutschen Speedskating-Meisterschaften 2020 eine Goldmedaille zu holen. Doch drohten die Titelkämpfe wegen Corona zu platzen. Schon im Frühjahr wurden alle Wettkämpfe abgesagt. Dieses Szenario zog sich später auch durch die folgenden Monate. „Die Motivation war dadurch etwas schwieriger. Aber als dann doch deutsche Meisterschaften in Groß-Gerau wenigstens im Chrono-Modus stattfinden sollten, da war ich hellauf begeistert“, verrät Oskar Schmidt.

Der 15-Jährige hatte einst in der ersten Klasse an der Erich-Kästner-Grundschule mit dem Speedskating begonnen. Der jetzige Zehntklässler vom Zabelgymnasium versuchte es gleichzeitig noch mit Schwimmen und Karate. Irgendwann musste er sich wegen des sich steigernden Trainingsaufwands für eine Sportart entscheiden. Die Wahl fiel aufs Speedskating, wo sich Oskar Schmidt durch alle Trainingsgruppen nach oben arbeitete.

„Den ersten Lockdown habe ich gut überstanden. Mit Sondergenehmigung durften wir schnell zu zweit trainieren. Mit Luca Rudolph aus meiner Trainingsgruppe hat das gut geklappt", so der 15-Jährige, der aber auch gut allein nach den Plänen von Cheftrainerin Katharina Berg trainierte, wenn es erforderlich war.

Ein weiteres Handicap ergab sich für Oskar Schmidt in Vorbereitung der nationalen Titelkämpfe. Eineinhalb Wochen vorher zog sich der Geraer eine Zerrung im linken Oberschenkel zu, die die Teilnahme in Groß-Gerau in Frage stellte. So war nur leichtes Training in der Tagen vor der Meisterschaft möglich. Antritte waren ein No-Go. Mit einem Druckverband oberhalb des linken Knies beteiligte sich der 15-Jährige an den Wettkämpfen.

Als Zweiter im Finale

Den kurzen Sprint ließ der Mittel- und Langstreckenspezialist aus, schied auch über 500 m erwartungsgemäß im Vorlauf aus. Über 3000 m hatte sich Oskar Schmidt viel vorgenommen. In der Qualifikation musste er sich lediglich dem Heilbronner Marvin Klotz um fünf Sekunden geschlagen geben, schaffte es als Zweiter ins Finale. Dort schien er seinen Kontrahenten erneut ziehen lassen zu müssen, drehte in der zweiten Hälfte des Zeitfahrens aber auf. Zwei Runden vor Schluss schnappte er sich Marvin Klotz und fuhr mit Vorsprung ins Ziel.

„Das war ein perfektes Rennen", strahlt Oskar Schmidt über beide Ohren und ergänzt: „Eine Medaille war mein Ziel. Mit dem Titel habe ich geliebäugelt. Dass es ausgerechnet nach einem solch verrückten Jahr noch mit DM-Gold geklappt hat, ist umso schöner.“ Als Zugabe gab es noch Bronze über die 1000 m.

Nun richtet sich der Blick von Oskar Schmidt schon nach vorn, auch wenn ein weiteres unsicheres Jahr ansteht. „Ich möchte 2021 endlich zum ersten Mal an einer Jugend-Europameisterschaft teilnehmen", meint er. Aber auch Speedskater werden im Winter gemacht. Nach eineinhalb Wochen Trainingspause Anfang November kann nun wieder draußen trainiert werden, was die derzeitigen Temperaturen noch erlauben.

„Ich werde fleißig arbeiten. In der Schule läuft es auch ordentlich. Ich bekomme alles gut unter einen Hut", sagt Oskar Schmidt, der darauf hofft, dass ihm nicht wieder Corona einen Strich durch die Rechnung macht.