Ist der FC Carl Zeiss Jena eine Spitzenmannschaft?

Jena.  Der Cheftrainer des FC Carl Zeiss Jena, Dirk Kunert, nennt sein entscheidendes Kriterium, was eine Spitzenmannschaft ausmacht.

Gelingt Pasqual Verkamp gegen Rathenow sein sechster Treffer für Jena in der Regionalliga?

Gelingt Pasqual Verkamp gegen Rathenow sein sechster Treffer für Jena in der Regionalliga?

Foto: Tino Zippel

Für Dirk Kunert ist das Spiel gegen Optik Rathenow (Sonntag 13.30 Uhr, live im MDR-Stream) die Nagelprobe, ob das Team des FC Carl Zeiss Jena wirklich eine Spitzenmannschaft ist. Eine solche trete nämlich auch gegen vermeintlich schwache Gegner hochkonzentriert an. „Wer diesen Anspruch hat, muss die Aufgabe in Rathenow meistern“, sagt der Coach vorm Duell gegen den Tabellen­vorletzten – auch wenn es am Freitag eine Hiobsbotschaft gab.

Zumindest jene Fans, die nach Rathenow reisen wollten, müssen zu Hause bleiben. Die Corona-Zahlen in der Stadt sind deutlich gestiegen, so dass ab Samstag eine neue Verfügung gilt. Demnach darf der Fußballverein nur 250 Besucher ins Stadion Vogelgesang lassen – Gästefans sind jetzt ausgeschlossen.

Zumindest in seiner Mannschaft kann Kunert aus den Vollen schöpfen. Bis auf den gesperrten René Lange stehen alle Spieler zur Verfügung. Als Kandidaten für die linke Außenverteidigerposition nennt er Niclas Fiedler und Lucas Stauffer. Der Siegtorschütze vom Chemnitz-Spiel, Kevin Wolf, könnte auf der rechten Seite auflaufen. „Einer der drei wird zunächst draußen sitzen“, sagt Kunert, der durchaus mit Respekt an die Aufgabe geht. „Nur wenn wir 100 Prozent geben, werden wir bestehen.“ Er verweist auf Spiele in dieser Saison, als Rathenows Kontrahenten erst spät auf die Siegerstraße eingebogen sind. „Sie stehen defensiv im 4-1-4-1-System sehr kompakt und probieren nach der Balleroberung durch schnelles Umkehrspiel zu Torerfolgen zu kommen“, sagt Kunert. Zudem müsse seine Abwehr bei Standard­situationen aufmerksam sein.

Der mittlerweile starke Konkurrenzkampf in Jena trägt Früchte. „Keiner kann sich zurücklehnen. Es wird traurige Gesichter von Spielern geben, die nicht im Kader stehen“, sagt Kunert, der aber mit vielen Wechseln auch möglichst viele Fußballer berücksichtigen will. Lobende Worte findet Kunert für Ingo Kahlisch, der schon seit 31 Jahren die Rathenower trainiert. „Ich sehe ihn oft auf anderen Plätzen. Er ist sehr akribisch, schaut sich jedes Spiel an.“ Erst bei der Partie zwischen Altglienicke und Lok Leipzig habe er ihn getroffen. „Er ist ein sehr angenehmer Trainerkollege, hat viel Erfahrung und trägt das Herz auf der Zunge“, sagt Kunert. „Er schafft es, über Jahre seine Truppe zusammenzuhalten.“

Kahlisch wiederum bezeichnet Kunert als „sympathischen Trainerkollegen“. Insgeheim hofft er, ihm einen Punkt abzuluchsen. Erst eine Partie von bislang acht Pflichtspielen gegen Jena konnte er mit seinem Team gewinnen. Sechsmal ging der FC Carl Zeiss als Sieger vom Platz.