Kapitän Schlegel vom FC Carl Zeiss Jena II: Äpfel und Birnen

Jena.  Fußball, Oberliga: Kapitän Maximilian Schlegel vom FCC II wird am Sonntag in Ludwigfelde gelbbedingt fehlen

FCC-Kapitän Maximilian Schlegel (rechts) wird am Sonntag nicht in das Geschehen in Ludwigsfelde eingreifen, da er eine Gelb-Sperre absitzen muss.

FCC-Kapitän Maximilian Schlegel (rechts) wird am Sonntag nicht in das Geschehen in Ludwigsfelde eingreifen, da er eine Gelb-Sperre absitzen muss.

Foto: Marcus Schulze / OTZ

Äpfel und Birnen – immer dann, wenn man etwas nicht miteinander vergleichen kann, wird eben das Bild von den Äpfel und Birnen beschworen. Auch Maximilian Schlegel, Kapitän des FC Carl Zeiss Jena II, greift auf jene Formulierung zurück, wenn man ihn darum bittet, die vergangene und die aktuelle Saison seines Teams in der Oberliga miteinander zu vergleichen.

„Das war mir von vornherein klar, dass es für uns in dieser Saison nicht so gut laufen wird wie in der vorangegangen“, sagt Maximilian Schlegel. In erster Linie gehe es um die Ausbildung der jungen Spieler, betont der Kapitän. Naturgemäß mache es keinen Spaß, wenn man einen Großteil der Partien verliere, doch das Hauptaugenmerk liege nun einmal nur bedingt auf den Ergebnissen, sagt der Mittelfeldspieler. „Doch natürlich wollen wir die Klasse halten. Uns ist das nicht egal, doch viele der jungen Spieler müssen erst einmal an den Fußball im Männerbereich herangeführt werden“, sagt der 23-Jährige. Nein, das aktuelle Team könne man nicht mit dem aus der vergangenen Saison vergleichen. Äpfel und Birnen eben.

Als Kapitän hat Schlegel indes das Kommando auf dem Feld inne. Er versuche aber eher in fußballerischer Hinsicht vornwegzugehen, wolle das mit Aktionen deutlich machen – und weniger mit lautstarken Ansagen. „Da muss ich noch ein wenig an mir arbeiten“, sagt Schlegel, der keinen Hehl daraus macht, dass er nun einmal kein Lautsprecher sei. Dergleichen entspreche nur bedingt seinem Naturell.

Die Zusammenarbeit mit Trainer Heiko Weber würde ihm indes viel Spaß bereiten. „Er hat immer Ideen, auch wenn wir mal nicht so viele beim Training sind. Ich glaube, dass er sich diese Saison auch etwas anders vorgestellt hat, doch er versucht mit uns, das Beste daraus zu machen“, berichtet der Student der Kommunikationswissenschaft und Psychologie.

Am Sonntag nun trifft Weber mit seinen Jungs in Brandenburg auf den Ludwigsfelder FC, der Tabellenplatz 13 in der Oberliga innehat – Jena rangiert indes auf Platz 16. In das Geschehen auf dem Platz wird Maximilian Schlegel jedoch nicht eingreifen können, muss er doch am Wochenende eine Gelb-Sperre absitzen. „Ich hoffe natürlich, dass wir etwas holen können“, sagt der Kapitän, der auch darauf verweist, dass die Brandenburger am vergangenen Spieltag in Nordhausen 3:0 siegten und dass ihm ein paar Rudolstädter Spieler berichtet hätten, dass der Gastgeber recht spielstark daherkommen würde.

Besser als in der Liga läuft es für Maximilian Schlegel indes im Studium. An der Friedrich-Schiller-Universität in Jena absolviert er gerade sein fünftes Semester. „Ich habe fast nur noch Seminare, aufgrund von Corona war jedoch alles online“, berichtet der Fußballer.

Vermisse er da nicht den direkten Austausch mit seinen Kommilitonen? „Es mag seltsam klingen, doch ich habe jetzt mehr Kontakt zu meinen Kommilitonen als vor der Pandemie. Da habe ich mein eigenes Ding gemacht, wollte mich nicht ablenken lassen. Jetzt müssen wir viele Aufgaben in Gruppen gemeinsam lösen, da mangelt es nicht an Austausch – jedoch findet dieser ausschließlich am eigenen Bildschirm in Form von Konferenzen statt.“

Dafür gibt es eine andere Sache, die Maximilian Schlegel vermisst: die Fans. „Da fehlt schon etwas. Auch deswegen läuft man ja auf, auch wenn es bei uns vielleicht nur um die 100 Zuschauer waren“, sagt der Kapitän, der jedoch auch Verständnis für die derzeitige Handhabung zeigt.