LC Jena: Max-Ole Klobasa wird Favoritenrolle gerecht

Neubrandenburg.  Mit der Weite von 15,35 Meter gewann er am Sonnabend die Goldmedaille bei den Deutschen U20-Meisterschaften.

Max-Ole Klobasa gewinnt die Goldmedaille im Dreisprung Deutsche Meisterschaften in Neubrandenburg mit Sportlern des LC Jena Leichtathletik Sportgymnasium

Max-Ole Klobasa gewinnt die Goldmedaille im Dreisprung Deutsche Meisterschaften in Neubrandenburg mit Sportlern des LC Jena Leichtathletik Sportgymnasium

Foto: Jens Henning

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Dreispringer Max-Ole Klobasa ist als Favorit nach Neubrandenburg gefahren. Und der junge Mann aus Eisenberg, der für den Leichtathletik Club (LC) Jena startet, wurde seiner Favoritenrolle gerecht. Mit der Weite von 15,35 Meter gewann er am Sonnabend die Goldmedaille bei den Deutschen U20-Meisterschaften.

Für den 18-Jährigen bedeutete die Siegesweite eine persönliche Bestleistung. Dass er die Weite ausgerechnet im sechsten und letzten Versuch erzielte, war kein Zufall. Schaut man in Klobasas Ergebnisse der vergangenen drei Jahre, hatte er sich oft den besten Versuch bis zum Schluss aufgehoben. „Das ist ein Beleg dafür, dass Max-Ole ein absoluter Wettkampftyp ist. Im Training springt er oft gar nicht so weit. Da nehmen wir auch kein Bandmaß, um überhaupt zu messen. Steht aber der Wettkampf an, ist er voll fokussiert“, sagte sein Trainer Rico May.

Die Titelkämpfe fingen für den jungen Mann aus Eisenberg gar nicht so optimal an. Es fehlte das nötige Tempo im Anlauf. Die Folge: Nach den ersten drei Durchgängen stand Klobasa bei einer für ihn nicht zufriedenstellenden Leistung von 14,48 Meter. Ins Bild passte, dass sein Schuh im zweiten Durchgang riss. Er nahm ein Band, mit dem er eigentlichen seinen Anlauf markiert, und wickelte das Band um den Fuß. Und der bandagierte Schuh hielt. Mit 15,10 Meter im vierten Versuch war er wieder in Bereiche, mit denen man rechnen dufte. Der Deutsche Meistertitel war ihm zu diesem Zeitpunkt sicher. Klobasa schonte sich nicht. Der sechste Sprung stand an. Und der 18-Jährige steigerte sich noch einmal auf 15,35 Meter.

„Es war ein sehr guter Sprung, aber noch längst kein perfekter“, sagte Trainer May über den letzten Sprung seines Athleten. Das Gold von Neubrandenburg war bereits seine dritte Goldene. 2019 hatte Klobasa auch beide Deutschen Meistertitel gewonnen – unterm Hallendach und im Freien. Nächstes Wochenende könnte der Eisenberger seine Hallensaison noch krönen. Mit der Weite von Neubrandenburg fährt er an Nummer zwei gemeldet zu den Deutschen Erwachsenen-Meisterschaften in die Arena nach Leipzig. „Alles ist möglich im Sport. Ich freue mich auf Leipzig. Sollte es noch eine Medaille werden, wäre ich natürlich unheimlich stolz und glücklich“, sagte Klobasa.

Die Silbermedaille gewann Sprinter Malte Stangenberg über 60 Meter. Vom Vorlauf über das Halbfinale bis zum Finale wurde der 18-Jährige immer schneller. An Fabian Olbert aus München war aber am Sonnabend kein Herankommen. Olbert war mit einer Zeit von 6,68 Sekunden gemeldet gewesen. Am Ende reichten ihm 6,70 s für den Titel. Stangenberg stellte mit 6,80 s im Endlauf eine persönliche Bestzeit auf. „Malte hat seinen guten Trainingsleistungen bestätigt“, sagte May über Stangenberg.

Etwas unter Wert geschlagen wurde am Sonntag der Weitspringer Kevin Brucha. Er wurde mit 7,18 Meter Fünfter. Eine Medaille war sein Ziel. In einem gut besetzten Wettkampf musste Brucha, der große Anlaufprobleme hatte, vier andere Sportler den Vortritt lassen. „Wir haben den Wettkampf gleich analysiert. Er hatte keinen einzigen Satz vom Brett nehmen können. Dann fehlen hat schnell mal 20 Zentimeter. Die kann man nicht kompensieren“, sagte May.

Sein Teamkollege Max-Ole Klobasa überraschte indes im Weitsprung. Trotz der Vorbelastung vom Sonnabend mit seinem Dreisprung-Wettkampf kam Klobasa auf 7,01 Meter. Das war im Feld der Spezialisten Rang sechs.

Nicht wie gewünscht lief dagegen die Deutsche Hallenmeisterschaft für Luise Herdegen aus Molbitz. Sie wollte über die 400 Meter das B-Finale erreichen. Sie wollte um die Plätze fünf bis acht mitlaufen. Ihre Meldezeit gab großen Anlass zur Hoffnung. Doch Herdegen lief zu langsam an. „Am Ende kann man diese Zeit nicht mehr gutmachen. Sie hatte zwar noch einmal alles gegeben auf den Schlussmetern. Schade, sie ist an ihrer eigenen Courage gescheitert“, sagte May über die 58,20 Sekunden seiner Athletin. Das war Rang 16. Die Enttäuschung war riesig, hätten doch schon 57,41 Sekunden gereicht für einen Platz im B-Finale. Herdegen hätte also noch nicht einmal persönliche Bestzeit laufen müssen. Die steht bei 57,03 s. Statt eines zweiten Laufes am Sonntag über 400 Meter gehörte Herdegen zum Starterfeld über die 200 Meter. Die Aussichten im Feld der Spezialistinnen waren von vorn herein gering. Mit 25,88 Sekunden blieb die Athletin gar nicht so weit weg von ihrer persönlichen Bestleistung von 25,60 s. „Ihr Auftritt über die 200 Meter war ganz akzeptabel. Sie hätte aber lieber das B-Finale über die 400 Meter erreicht“, sagte May.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Zu den Kommentaren