24. Werfertag: Weltmeister Vetter schlägt Olympiasieger Röhler

Bad Köstritz  Speerwerfer Johannes Vetter katapultiert sich in Bad Köstritz mit 89,28 Metern auf Rang drei der Jahresweltbestenliste. Thomas Röhler wird Zweiter.

Weltmeister Johannes Vetter setzte sich im Speerwerfen in Bad Köstritz mit starken 89,28 Metern durch.

Weltmeister Johannes Vetter setzte sich im Speerwerfen in Bad Köstritz mit starken 89,28 Metern durch.

Foto: Jens Lohse

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Der 24. Köstritzer Werfertag stand Freitagabend unter dem Motto „Einwerfen für die WM“. War das Ostthüringer Meeting all die Jahre so etwas wie der Saisonausklang, so lag es am Freitag auf dem Weg nach Katar zur Leichtathletik-WM. Vom 27. September bis 6. Oktober gilt es in Doha - auch für Weltmeister Johannes Vetter und Olympiasieger Thomas Röhler. Und gleich mit seinem ersten Wurf entschied der Weltmeister das Speerwerfen für sich. 89,28 Meter die Siegerweite. Weltmeister 2017 war er mit 89,89 Metern geworden. Für ihn kam Bad Köstritz nach langer Verletzungszeit zur rechten Zeit. „Es ist noch viel Luft nach oben“, sagte er, doch es gehe wieder bergauf. Ganz nah dran an Vetter war 200-Meter-Spezialist Robert Hering. Der Geraer nahm jeden Wurf des Weltmeisters per Video auf und schickte es Vetter-Trainer Boris Obergföll. „Ich hab‘ zwar keine Ahnung vom Speerwerfen“, sagte er, doch er helfe gern. „Wir sind beste Freunde. Jo hat bei mir in Gera vor dem Meeting übernachtet - eine gute Wettkampfvorbereitung.“

Mit 81,51 Metern kam Thomas Röhler auf Platz zwei. „Das Meeting in Bad Köstritz ist ein Muss. Die Stimmung, die Nähe - einfach klasse“, sagte er. Mit dem Verlauf des Wettkampfs sei er zufrieden, die Technik stimmt, etwas weiter hätte es aber gehen können. Trainer Harro Schwuchow nickt: „Alles im grünen Bereich.“ Die Saison ganz schön lang. Als die Nation im Urlaub war sei er mit seinem Sportler weit und breit der einzige gewesen, der im Jenaer Sportforum trainierte. „Körperlich ist alles da. Wir sind auf Kurs“, sagt der Trainer, „jetzt muss der Kopf mitspielen“. Die WM-Bedingungen im Wüstenstaat sieht er als unbedenklich an. Harro Schwuchow steht mit Uwe Hohn, der sich in der Region bestens auskennt, in Kontakt. Der ewige Weltrekordler trainiert den Inder Neeray Chopra. „Thermisch ist das neue WM-Stadion kein Problem, die Anlage unproblematisch“, sagte Schwuchow. Und es sei eher zu kalt als zu warm. Draußen 40 Grad, im Hotel, im Bus, im Stadion pustet die Klimaanlage kalte Schauer. „Da müssen wir aufpassen.“

Auch schon mit den Gedanken bei der WM war Martin Wierig, der zum Auftakt des Meetings mit 64,81 Metern das Diskuswerfen gewann. „Die Zuschauer waren wie immer genial. Das macht es einem leichter, aus dem vollen Training heraus zu werfen. Bei der WM will ich ins Finale.“

Unter Flutlicht holte sich später Tobias Dahm den Sieg im Kugelstoßen mit 19,65 Metern. Die Jamaikanerin Danniel Thomas-Dodd erbat sich Ruhe, keine Musik und kein rhythmisches Klatschen und erzielte im letzten Versuch die Siegerweite von 19,08 Metern. Auf Platz zwei kam Ex-Weltmeisterin Christina Schwanitz mit 18,84 Metern.

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