Mund abwischen, weiter machen: Die Jenaer Roma Bowlers kämpfen für den Klassenerhalt

Jena  Bowling 2. Bundesliga: Die Roma Bowlers haben ihren verpatzten Saisonstart überwunden. Mit Überraschungen im Gepäck wollen sie heute in Unterföhring Punkte für den Klassenerhalt sammeln.

Mike Kühn kommt aus der Zweiten Mannschaft, um die in der Bundesliga spielende Erste Mannschaft der Roma Bowlers in Unterföhring zu unterstützen. Foto: Peter Cott

Mike Kühn kommt aus der Zweiten Mannschaft, um die in der Bundesliga spielende Erste Mannschaft der Roma Bowlers in Unterföhring zu unterstützen. Foto: Peter Cott

Foto: zgt

„Es war absolut spannend“, sagt Till Radke über das Debüt der Roma Bowlers in der 2. Bowling-Bundesliga. Er habe nur kurz auf der Smartphone-App seines Vereins nach dem Spielstand in Ludwigshafen sehen wollen. Dann jedoch blieb er das ganze Wochenende am Bildschirm hängen.

Geholfen hat das nicht: Den ersten Auftritt in der zweitenhöchsten Spielklasse verpatzte die Jenaer Mannschaft. „Für mich stand deshalb fest, dass ich die Jungs nach Unterföhring begleite und anfeuern werde“, erklärt das 19-Jährige Nachwuchstalent der Roma Bowlers.

Seit gestern ist er nun tatsächlich in der Stadt nahe München. Nicht jedoch als Anpeitscher der Mannschaft, sondern als Teil von ihr: „Wir haben uns entschieden, Till und Mike Kühn aus der Zweiten Mannschaft zusätzlich mitzunehmen“, verriet Tom Freygang bereits in der Woche. Mit 52 Bahnen sei der Dream-Bowl Palace nämlich nicht nur die größte Bowling-Wettkampfstätte Europas, sondern vom Ölbild her auch eine der schwersten. „Eins, zwei Optionen mehr können da nicht schaden“, erklärt Freygang die Nominierung der zwei zusätzlichen Spieler. Man werde nun also zu acht nach München reisen, die unterschiedlichen Spielertypen testen und dann den besten 6-köpfigen Kader für das Spiel auswählen, erläutert Freygang.

Mit Radke und Kühn kann die Erste Mannschaft des Jenaer Clubs auch aus den Vollen schöpfen. Radke – obwohl erst 2012 mit dem Bowling begonnen – zählt bereits jetzt zu den größten Talenten des Vereins. Seine beste 6er-Serie liege derzeit bei 1411, also einem Spielschnitt von 236 Pins, sagt er. Sein höchstes Spiel waren stolze 289 Punkte. „Ich habe mich in keiner Sportart so wohl gefühlt wie im Bowling“, erklärt der frühere Radsportler seine Begeisterung für Pins und Kugeln.

Ihm zur Seite steht Aufrücker Mike Kühn. „Ich bin schon ewig mit dabei“, erklärt der 31 Jährige, grinst und schaut zu seinem jüngeren Mitspieler. Schon seit der Gründung der Roma Bowler 2007, schwingt er für den Verein die Kugeln und hatte bereits Anteil an einigen Aufstiegsspielen. Seine beste Serie liegt seitdem bei einem Schnitt von 226,5. „Mikes Highgame war ein 289er Durchlauf“, erklärt Freygang zuversichtlich.

Nach dem erwartet schweren Start für den Aufsteiger, scheint der Optimismus wieder zurück gekehrt. „Das erklärte Ziel Klassenerhalt haben wir nicht aus den Augen verloren“, so Freygang. Außerdem sei das gesamte Team guter Dinge, sich in Unterföhring besser zu verkaufen.

Trotz schweren Ölbildes Ausrutscher vermeiden

„Der Auftritt in Ludwigshafen hat uns nur noch ehrgeiziger gemacht“, sagt auch der Spieler und Pressesprecher des Vereins, Marcel Keil. In den letzten Wochen habe man fast jeden Tag zum Trainieren genutzt. Um das Ölbild besser zu beherrschen absolvierte die Mannschaft sogar Einheiten in Weimar und Leipzig – auf Bahnen also, die der in Bayern recht ähnlich sind. Ein weiterer Coup auf dem Weg zum Erfolg ist die frühe Anreise. „Vor Ort haben wir einen erfahrenen Berater, der uns noch einmal die Bahn und ihre Eigenheiten näher bringt“, sagt Keil. „Wir sind also gut gerüstet!“

Zu den Kommentaren