Schott Jena gelingt Befreiungsschlag

Jena.  Fußball-Thüringenliga: SV Schott Jena gewinnt gegen Bad Frankenhausen mit 5:0 (1:0)

Fabio Schilbach (blau) versucht sich gegen Erik Siebenhüner und Dominic Rother durchzusetzen.

Fabio Schilbach (blau) versucht sich gegen Erik Siebenhüner und Dominic Rother durchzusetzen.

Foto: Peter Poser

Bevor Schott-Kapitän Richard Arnold von Bord geht, um sich zum Auslandssemester seines Lehramtsstudiums Sport/Geografie nach Teneriffa zu verabschieden, führte er sein Team im wichtigen Kellerduell mit Bad Frankenhausen zu einem 5:0 (1:0)-Heimsieg.

Damit halten die Glaswerker den Gegner hinter sich, sind in Reichweite zum Mittelfeld der Tabelle. Versöhnliches Ende einer misslungenen Hinrunde, die nicht den eigenen Vorstellungen entsprach. Bei einer erneuten Niederlage hätte der vorletzte Platz gedroht, keine weihnachtlich-friedliche Vorstellung. „Heute hat das Team gezeigt, was möglich ist, wenn sie das eigene Potential abruft“, sagte Trainer Falk Werner erleichtert. „Leistungsbereitschaft, Moral, Leidenschaft waren heute da.“

Dazu hatte der Coach unter der Woche nochmals klargestellt: „Erfolg und Bequemlichkeit schließen sich aus“. Die trotz der Niederlage zuletzt in Arnstadt guten Ansätze wurden bestätigt. Zwei Akteure taten sich dabei besonders hervor. Der 20-jährige Yaser Mohammadi ackerte im Sturm unermüdlich, störte, wie die Kollegen auch, sehr früh. Zudem sorgte er für viel Gefahr vor dem gegnerischen Kasten. Einen Schuss aus der Drehung parierte der Gästekeeper sehenswert (32.), ein Tor wurde wegen Abseits nicht gegeben (65.), im Eins-gegen-eins mit dem Schlussmann war er zweiter Sieger.

Aber er hatte schon getroffen, frühzeitig für die 1:0-Führung (16.) nach schulbuchmäßigem Angriff gesorgt. Arnold schickte einen Diagonalball aus der Abwehr zu Paul Neugebauer, dessen Flanke der Torschütze direkt versenkte. Das gab Sicherheit. Vor allem auch dem zweiten herausragenden Jenaer Akteur, Markus Schönfeld, 21 Jahre. Gefühlt gewann er jeden Zweikampf, ging voran, dahin, wo es weh tut. Neben Mohammadi hätte auch Oliver John (26.) die Führung ausbauen können. Einmal lag die Kugel im Netz der Schottianer. Da bei dem Freistoß die Abseitsfalle der Glaswerker funktionierte, zählte der Treffer nicht.

Dass Schott den Ernst der Lage erkannt hatte, zeigte das Auftreten nach dem Seitenwechsel. Sofort drängten die Gastgeber weiter auf ein höheres Ergebnis und wurden belohnt. Freistoß Fabio Schilbachs fast von der Eckfahne auf den zweiten Pfosten, Lars Hübner brachte den Ball zurück vor den Kasten, John stand goldrichtig – 2:0 (48.). Der dritte Torerfolg (60.) ging auf das Konto von Luis Hübner per Foulstrafstoß, nachdem Mohammadi in der Box von den Beinen geholt worden war. Zehn Minuten später netzte Neuzugang Julian Körber aus Waltershausen zum ersten Mal ein, nicht zu verwechseln mit dem nicht verwandten Christoph Körber aus der Zweiten. Den Schlusspunkt setzte Neugebauer per Abstauber, nach Luis Büttners Abschluss – 5:0 (90. + 1). Jetzt können die Schottianer die Hinrunde bis zum 20. Januar sacken lassen, wenn die Vorbereitung auf die zweite Saisonhälfte losgeht, die am 29. Februar 2020 startet. Dann meldet sich Angreifer Tino Vogel zurück von seinem Auslandssemester als zukünftiger Sport- und Geschichtslehrer auf Gran Canaria, der Nachbarinsel von Teneriffa.

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