Schott-Trainer Falk Werner hat in der Zwangspause „wenigstens Zeit zum Lesen“

Jena.  Schott-Trainer Falk Werner glaubt nicht daran, dass 2020 der Ball in der Thüringenliga noch einmal rollen wird

Gibt sich in Sachen Spielbetrieb durchaus pessimistisch: Schott-Trainer Falk Werner.

Gibt sich in Sachen Spielbetrieb durchaus pessimistisch: Schott-Trainer Falk Werner.

Foto: Peter Poser

Falk Werner winkt nur ab. Er wolle darüber gar nicht nachdenken. Das sei einfach besser.

Der Trainer des SV Schott Jena wirkt durchaus frustriert, wenn man ihn auf das leidige Thema Spielzeitunterbrechung und deren Ende anspricht. Diesbezüglich gibt sich der Trainer des Thüringenligisten pessimistisch. „Ich glaube nicht, dass es in diesem Jahr schon wieder losgeht“, sagt Werner. Frühestens im Februar rechne er damit. Wenn überhaupt. Ein Kaltstart ergebe für ihn indes keinen Sinn, man brauche mindestens zwei Wochen Vorlauf, um zumindest halbwegs passabel wieder spielen zu können.

Aber darüber müsse man sich ja fürs Erste nur bedingt Gedanken machen. Zwar habe es bereits einen ersten Austausch zwischen dem Thüringer Fußballverband und den Mannschaften gegeben, bei dem das eine oder andere Szenario in Sachen Spielzeit 2020/21 in Betracht gezogen wurde, doch für etwas Konkretes sei es derzeit einfach noch zu früh. Werner präferiere indes jenen Vorschlag, der vorsieht, dass in der noch verbleibenden Spielzeit so viele Partien wie nur möglich absolviert werden.

Doch wie schon gesagt, es handle sich dabei nur um eine Idee. Vom eigentlichen Fußballbetrieb sei man ja gerade Lichtjahre entfernt, so der Schott-Coach, der den Ist-Zustand und auch die eher trüben Aussichten mit einem Trauerspiel vergleicht.

Nur Joggen geht nicht

Und da nun gerade alles in der Schwebe hängen würde und es derzeit auch kein konkretes Ziel gebe, auf das hingearbeitet werden kann, zeigt Falk Werner auch Verständnis. Verständnis dafür, dass seine jungen Fußballer nicht wirklich Lust darauf verspüren würden, in den kommenden Wochen nur noch zu joggen. „Ich habe ihnen zwar ein paar Dinge ans Herz gelegt, aber wie will man es denn kontrollieren. Ich kann das irgendwo auch nachvollziehen. Sie wollen Fußball spielen und nicht stundenlang durch die Gegend rennen“, sagt der Trainer des SV Schott Jena.

Er habe in seinen Reihen ja ein paar Sportstudenten, die er regelmäßig in der Universität sehe und die ihm zu verstehen gegeben hätten, dass sie sich nur schwer für das reine Lauftraining und Stabilisationsübungen motivieren könnten. „Für mich hat das Dranbleiben jetzt sicherlich einen anderen Stellenwert als für sie“, sagt Werner, der am Institut für Sportwissenschaft an der Friedrich-Schiller-Universität als Hochschuldozent arbeitet.

Nein, er wolle seinen Spielern nichts aufzwingen. „Auf dem Niveau, auf dem wir uns bewegen, ist das nicht wirklich angebracht. Am Ende ist das einfach zu viel Aufwand. So ehrlich muss man dann auch mal sein“, sagt der Trainer.

Er sei jedoch froh darüber, dass zumindest in den universitären Gefilden die praktische Ausbildung der Sportstudenten noch möglich ist – wenn auch unter entsprechenden Hygiene-Auflagen in den jeweiligen Turnhallen.

Und wie hält er sich fit in diesen Tagen? „Ich gehe fünfmal in der Woche laufen. Ich habe da keine Probleme, mich zu motivieren“, sagt Falk Werner, der in Golmsdorf wohnt. Ansonsten hat er das Mehr an Zeit zum Lesen genutzt. „Wenigstens etwas“, sagt der Schott-Trainer, der am Wochenende die Autobiografie von Iron-Maiden-Frontmann Bruce Dickinson beendet hat.

„Das war recht unterhaltsam, hie und da sogar ganz witzig. Außerdem habe ich ein paar Dinge über die Band erfahren, die ich noch nicht wusste“, sagt Werner, der privat die etwas härteren Klänge bevorzugt – beispielsweise Iron Maiden.