Science City Jena holt den „Terminator“

Jena.  Die Thüringer Basketballer verpflichten Center Robin Lodders aus Chemnitz, der zunächst einen Ein-Jahresvertrag erhält

Science City Jena verstärkt sich mit Robin Lodders.

Science City Jena verstärkt sich mit Robin Lodders.

Foto: Science City Jena

Die Jenaer Basketball-Fans können sich in der neuen Saison auf ein echtes Kraftpaket freuen. Mit Robin Lodders kommt ein Spieler zu Science City in die 2. Bundesliga ProA, der sich nicht nur bei den Niners Chemnitz in den vergangenen drei Jahren den Spitznamen „Terminator“ verdiente.

Laut Niners-Homepage ist der Grund für den Vergleich nicht nur der muskuläre Körper des blonden 2,06 Meter großen Korbjägers, sondern auch dessen „Unkaputtbarkeit“. Lodders, der als Center unterm Korb abräumt, verpasste in seiner Zeit bei den Sachsen nur zwei Begegnungen. Dafür glänzte er in den 93 Pflichtspielen für Chemnitz mit durchschnittlich 9,2 Punkten und 4,3 Rebounds pro Partie.

„Fans sind mir in Erinnerung geblieben“

„Nach drei Jahren in Chemnitz freue ich mich nun auf einen Tapetenwechsel“, sagte der 25-jährige gebürtige Niedersachse, der sich am Mittwoch die Stadt Jena samt neuer Wohnung anschaute. Eine neue Herausforderung habe ihn gereizt. „Die tollen Fans sind mir aus den letzten Derbys positiv in Erinnerung geblieben und auch die Stadt gefiel mir auf Anhieb sehr gut“, meinte Lodders, der seine Unterschrift zunächst unter einen Ein-Jahres-Kontrakt setzte.

Einen bleibenden Eindruck bei den Science-City-Verantwortlichen hinterließ der Center schon im Winter beim Hinspiel in Chemnitz, das die Niners mit 90:78 für sich entschieden. Lodders war im Dezember gegen Jena mit 18 Punkten erfolgreichster Schütze seiner Farben.

Vater Eckhard war Nationalspieler

„Er spielt physisch, für seine 25 Jahre bereits relativ abgeklärt und kann auf eine gute Zweierquote in Korbnähe vertrauen“, nennt Jenas Trainer Frank Menz Gründe für die Verpflichtung von Lodders, dessen Vater Eckhard 44 Länderspiele für die deutsche A-Nationalmannschaft bestritt.

Menz sei es letztlich auch gewesen, der ihn vom Wechsel überzeugt hat, sagt Robin Lodders. „Als Frank angerufen hat und mir sein Konzept für die neue Saison vorgestellt hat, musste ich nicht zweimal überlegen“, erzählte er.

Mackeldanz vor Absprung

Nach Lars Lagerpusch, der sich nach langer Verletzungspause wieder herankämpft, haben die Korbjäger von der Saale jetzt mit Lodders noch einen zweiten deutschen Center unter Vertrag. Da für eine weitere Verstärkung auf dieser Position ein ausländischer Spieler vorgesehen ist, dürfte die Zeit von Oliver Mackeldanz bei den Thüringern endgültig vorbei sein. Der 29-Jährige hat seit Sommer 2016 für Jena gespielt, sein Vertrag ist nach der abgebrochenen Saison allerdings ausgelaufen und wird jetzt wohl nicht mehr verlängert.

Trainingsstart für die kommende Spielzeit wird bei Science City unterdessen voraussichtlich Anfang September sein. Etwa sechs Wochen sind für die Vorbereitung eingeplant, hatte Jenas Geschäftsführer Lars Eberlein unserer Zeitung gesagt. Die Liga hatte zuletzt den Saisonstart auf den 16. Oktober – nach einstimmiger Zustimmung aller Bundesligisten – verschoben. Grundlage dafür soll ein gemeinsames, sportartenübergreifendes Hygienekonzept sein, um einen Bundesländer übergreifenden Spielbetrieb zu gewährleisten. Geisterspiele können sich die Clubs, die in der zweiten Liga keine TV-Einnahmen generieren, nicht leisten.