So lief die Präsidenten-Entscheidung beim FC Carl Zeiss Jena wirklich

Jena.  Nach außen spricht der Aufsichtsrat des FC Carl Zeiss Jena mit einer Stimme, doch hinter den Kulissen hat das Gremium einen Deal geschmiedet.

Klaus Berka (links) und Frank Jauch arbeiten künftig beim FC Carl Zeiss zusammen.

Klaus Berka (links) und Frank Jauch arbeiten künftig beim FC Carl Zeiss zusammen.

Foto: Tino Zippel

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Einstimmig, so heißt es aus dem Aufsichtsrat, ist die Entscheidung über die Präsidentschaft beim FC Carl Zeiss Jena gefallen. Die salomonische Lösung: Klaus Berka bleibt Präsident, Frank Jauch wird sein Stellvertreter. Doch so harmonisch wie nach außen berichtet, war es nicht: Der Entscheidung ging ein zähes Ringen hinter den Kulissen voraus – mit ungewöhnlichen Nebenabsprachen.

Nach der Neuwahl des Aufsichtsrates zeigte sich schnell, dass die Meinungen im Kontrollgremium weit auseinander gingen. Der eine Teil präferierte Amtsinhaber Klaus Berka, vor allem wegen der guten Bilanz in seiner Amtszeit. Die anderen wollten mit Frank Jauch den früheren Finanzdezernenten der Stadt Jena verpflichten. Hinter den Kulissen versuchten SPD-Politiker, die Strippen für Jauch zu ziehen. Sollte er der Gegenpol zum Aufsichtsratschef Mario Voigt sein, der für die CDU im Landtag sitzt?

Berka selbst hatte schon vor Wochen Jauch gefragt, ob er als Mitglied für sein mögliches Präsidium zur Verfügung steht. Der Aufsichtsrat konstruierte nun die Lösung als Führungsduo. Obliegt es normalerweise dem Präsidenten, sein Präsidium allein zusammenzustellen, darf Jauch nun auch einen Bewerber einbringen. Eifrig dementiert wird, dass eine Wachablösung im Laufe des Jahres 2021 erfolgen soll.

„Klaus Berka hat in der vergangenen Amtszeit gemeinsam mit seinen Präsidiumskollegen für eine positive Entwicklung im Verein gesorgt“, sagt Aufsichtsratschef Voigt. Als Beispiel nannte er die gesteigerte Mitgliederzahl und die finanzielle Stabilität im Verein. „Auf diesem Weg der Kontinuität wollen wir bleiben und dabei alle Kräfte mobilisieren, um gemeinsam alles dafür zu geben, den Klassenerhalt in dieser Saison noch zu realisieren.“

Zugleich sprachen gute Gründe dafür, sich die Expertise von Jauch zu sichern, erläutert der Gremiumschef: „Gleichzeitig gibt es mit dem Stadionbau Aufgaben, die einen engen Austausch mit der Stadt und den Bauträgern braucht. Daher hat der Aufsichtsrat Frank Jauch für die Position seines Stellvertreters einstimmig bestimmt.“

Berka freut sich über das erneut ausgesprochene Vertrauen. Die Lösung werde allen Interessen gerecht. „Wir haben ein breites Aufgabenfeld zu bewältigen, deshalb freue ich mich über die tatkräftige Unterstützung“, sagt Berka. So soll Jauch sich vor allem um die Themen Stadionbau und engere Einbindung des Sportgymnasiums kümmern.

„Ich werde mich in Kürze mit Frank Jauch treffen, um einvernehmlich ein schlagkräftiges Team aufzustellen“, sagt Berka. Gern wolle er auch die Vereinskultur beleben, wie Toni Schley, Vertreter der Südkurve, jüngst auf der Mitgliederversammlung angeregt hatte.

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