Thomas Röhler zur WM: „Acht Speerwerfer können Gold gewinnen“

Jena  Olympiasieger Thomas Röhler vom LC Jena über seine WM-Ambitionen in Doha und olympische Träume.

Thomas Röhler vom LC Jena ordnet in diesem Jahr alles Olympia 2020 in Tokio unter.

Thomas Röhler vom LC Jena ordnet in diesem Jahr alles Olympia 2020 in Tokio unter.

Foto: Sascha Fromm

Zwei Tage nach seinem 28. Geburtstag reist Speerwurf-Olympiasieger Thomas Röhler am 2. Oktober zur Weltmeisterschaft nach Doha, wo er zu den Medaillenhoffnungen der 71-köpfigen deutschen Mannschaft zählt. Wir sprachen mit dem Leichtathleten vom LC Jena über seine WM-Ambitionen und olympische Träume.

Wie verlaufen die letzten Trainingstage vor der WM in Jena? Arbeiten Sie da im Training ganz besonders vorsichtig?

Ich trainiere nicht vorsichtig. Das klingt so zurückhaltend. Das Training absolviere ich mit dem Bewusstsein, dass die Weltmeisterschaft als Höhepunkt der Saison kurz bevor steht. Ich freue mich auf die WM, weil sie zugleich der Höhepunkt eines sehr spannenden Jahres sein wird. Jetzt kommt es darauf an, dass ich in Bestform in Doha an den Start gehen kann. Und da habe ich ein sehr gutes Gefühl. Ich werde die letzten Trainingstage ganz intensiv und zurückgezogen in Jena nutzen.

Mit welchen Ambitionen starten Sie bei der WM in Doha?

Dort will ich in den Kampf um die Medaillen mit eingreifen. Es gibt aus meiner Sicht acht Speerwerfer, die in der Lage sind, die Goldmedaille zu gewinnen. Und ich will nicht abstreiten, dass ich mit den Weltmeisterschaften nach zwei Teilnahmen 2015 in Peking und 2017 in London jeweils als Vierter und damit ohne Medaille noch eine Rechnung offen habe. Ob ich nun aber bei der WM in Doha meine erste WM-Medaille gewinne oder vielleicht in zwei Jahren in Eugene, weiß ich nicht.

Welche Prioritäten haben Sie bislang in dieser WM-Saison gesetzt?

Es ist deshalb ein spannendes Jahr, vor allem weil die Olympischen Spiele schon so nah sind. Wir haben in dieser Saison ein paar Entscheidungen getroffen, die vielleicht erst in einem oder drei Jahren wirksam werden. Da kann es eben auch mal passieren, dass man in einem Wettkampf Dritter wird. Die einzelnen Wettbewerbe sind für mich in den Hintergrund gerückt.

Sie ordnen alles den Olympischen Sommerspielen 2020 in Tokio unter?

Ja, das steht an erster Stelle. Ich will noch einmal Olympiasieger werden. Olympia findet schließlich ja nur alle vier Jahre statt. Deshalb will ich kein Risiko eingehen. Dieses Jahr ist wegen der späten Weltmeisterschaft meine längste Leichtathletik-Saison und steht ganz im Zeichen des Trainings.

Sie rangieren mit 86,99 Meter auf Platz neun der Weltrangliste. Werden Sie in Doha die 90-Meter-Marke knacken?

Wer mich kennt, der weiß, dass ich mich nicht auf eine Weite oder Medaillenvorgabe festlegen werde. Daran hat sich auch in dieser Saison nichts geändert.

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