FC Carl Zeiss Jena

„Viel Aufwand, kein Ertrag“: FC Carl Zeiss ineffizient und schwach bei Standards

Jena.  Nach dem 0:3 gegen Halle analysiert Fußball-Drittligist FC Carl Zeiss Jena die Fehler

Halles Florian Hansch (links) im Zweikampf mit Jenas Dominik Bock.

Halles Florian Hansch (links) im Zweikampf mit Jenas Dominik Bock.

Foto: Tino Zippel

Es ist vor allem Ernüchterung, die in Jena nach dem Ost-Duell gegen Halle herrscht. „Viel Aufwand, kein Ertrag“, fasste Jenas Trainer Rico Schmitt die 0:3-Niederlage gegen den HFC am Freitagabend vor 8212 Zuschauern im Ernst-Abbe-Sportfeld passend zusammen. Nachdem die Jenaer zuvor mit vier Punkten aus zwei Spielen einen kleinen Aufwärtstrend erahnen ließen, wurde dieser vom Spitzenteam von Trainer Torsten Ziegner eiskalt gestoppt.

Der 42-Jährige, der lange selber für den FC Carl Zeiss spielte und immer noch in Jena lebt, freute sich in der Nachbetrachtung gewohnt selbstbewusst, dass die Taktik des Halleschen FC voll aufgegangen sei. Und die hieß offensichtlich – ein frühes Tor schießen, um sich dann zurückzuziehen und auf Konter zu lauern. Die Schwäche des Tabellenletzten bei Standards spielte den Gästen dabei voll in die Karten und hinterließ Frust und auch ein wenig Ratlosigkeit bei den Hausherren. 10. Minute: Ein Eckball von Halles Bentles Baxter Bahn findet den Kopf des völlig frei stehenden Pascal Sohm – 0:1 aus Jenaer Sicht.

„Wir müssen uns das selbst ankreiden. Wir kriegen das zigfachste Standardtor, wo einer völlig frei steht. Das darf nicht passieren“, kritisierte René Eckardt, der nach seiner fünften Gelben Karte im Spiel am Freitag bei Bayern München II fehlen wird. „Wir müssen es schaffen, es dem Gegner so schwer zu machen, dass er auch aus dem Spiel heraus mal ein Tor machen muss“, monierte auch Trainer Schmitt die Standard-Schwäche seiner Elf.

Kommentar: Die kleinen Unterschiede

In der Folge sahen die Fans eine Jenaer Mannschaft gegen tief stehende Hallenser, die kämpfte, die rackerte, aber das Tor nicht traf – egal ob Dominik Bock (13.) oder Raphael Obermair (15.). „Im Endeffekt hat uns vorne die Durchschlagskraft gefehlt“, meinte auch Eckardt. Und er führte den Unterschied zwischen einen Spitzenteam und dem abgeschlagenen Tabellenschlusslicht an. „Effizienz bei Halle top, bei uns natürlich nicht so gut, deshalb verlieren wir das Spiel auch wieder.“

Vorzeitiger K.o in der 70. Minute

In der 70. Minute gab es für die Jenaer, die auf den Ausgleich drängten, den vorzeitigen K.o. Der alleingelassene Björn Jopek konnte den Ball im Jenaer Strafraum ungefährdet annehmen und erzielte aus der Drehung das 0:2. Der FC Carl Zeiss machte auf, kam aber nicht zu mehr als einem Pfostenschuss von Ole Käuper (88.). Halle machte es besser. Bei einem Konter in der ersten Minute der Nachspielzeit traf der eingewechselte Terrence Boyd zum 0:3-Endstand. Zeiss-Keeper Jo Coppens war viel zu weit aus seinem Tor herausgekommen.

„Das letzte Tor ist dann aber egal“, fand Eckardt. „Wir müssen unsere Chancen besser nutzen.“ Etwas, dass der FCC wie die Schwäche nach Standards dringend abstellen muss, wenn der positive Trend sich in den verbleibenden vier Spielen bis zur Winterpause noch einstellen soll.

„Die das Spiel nicht gesehen haben, hören: 0:3 – Jena hat sich aufgegeben. Aber so ist es nicht. Wir sind enttäuscht, nicht deprimiert“, sagte Rico Schmitt. Auch René Eckardt richtete den Blick nach vorn: „Das ist heute ein kleiner Rückschlag, aber das wird uns nicht vom Wege abbringen. Alle haben gesehen, dass wir alles geben, dass wir kämpfen und auch gegen eine Topmannschaft wie die Hallenser mithalten können.“ Aufgeben trotz nun schon 13 Punkten Rückstands auf einen Nichtabstiegsplatz ist nicht, wie Schmitt bestätigte: „Bei aller Ernüchterung, wir arbeiten weiter.“

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